Die Weltstaatsillusion

 

Die Weltstaatsillusion

Die Weltstaatsillusion

Italiano: L’illusione dello Stato mondiale

Ernst Lohoff

1.

Die universale Diktatur von Ware und Geld hat den Rahmen regionaler oder nationaler Selbstgenügsamkeit gesprengt, und einen weltumgreifenden Zusammenhang hergestellt. War Internationalismus für die Fortschrittlichen unter unseren Altvorderen ein hehres Postulat, so ist er für uns Nachgeborene jenseits jeder moralischen Bewertung zur Alltagswirklichkeit geworden. Wer sich heute auf ein „deutsches“ Markenrad schwingt, darf sicher sein, daß dessen Einzelteile in mindesten 10 verschiedenen Staaten von Angehörigen siebzigerlei Nationalitäten hergestellt wurden. Eine weltweit bekannte Schnellrestaurantkette wirbt allen Ernstes damit, daß ihre Produkte in sämtlichen Filialen zwischen Buenos Aires, Moskau und Holzminden absolut gleich schmecken würden. Bei der Vernichtung des tropischen Regenwaldes und der Erzeugung des Ozonloches wirken alle Industrienationen einträchtig zusammen. Die Weltregionen bilden, was Ökonomie, Ökologie und Alltagskultur angeht, längst ein System kommunizierender Röhren.

Dieser unstrittige Befund legt eine Schlußfolgerung nahe. Wenn die bestehenden Nationalstaaten, konfrontiert mit weltumspannenden Finanz-, Menschen- und Schadstoffströmen, heute unweigerlich an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit stoßen, werden dann nicht schließlich supranationale Gebilde wie die EG und die „Vereinten Nationen“ über kurz oder lang an ihre Stelle rücken müssen? Zieht der eine Weltmarkt nicht notwendig auch den Weltstaat nach sich?

2.

Es ist noch nicht allzu lange her, da stimmten die triumphierenden Apologeten von Marktwirtschaft und Demokratie und die letzten Kritiker in dieser Progonose weitgehend überein. Mittlerweile hat sich das Modell „neue Weltordnung“, schon lange vor der Auslieferung, gründlich verschlissen. Vom Probelauf am Golf, über die Gattverhandlungen bis zur Riokonferenz hat die propagierte „Weltinnenpolitik“ nur blamable Ergebnisse vorzuweisen. Die zentrifugalen Kräfte erweisen sich stärker als die einigenden. Die bestehenden Nationalstaaten wachsen nicht allmählich zu übergreifenden politischen Einheiten zusammen, im Gegenteil, in Ost und Süd fallen sie reihenweise selber auseinander.

Ernüchterung ist meist ein guter Boden für Erinnerung. Angesichts der vorzeitigen Demontage der „neuen Weltordnung“ wird es vielleicht allmählich auffallen, wie wenig neuartig die Idee von der „one world“ eigentlich gewesen ist. Derlei Vereinheitlichungsvorstellungen und -prognosen (inklusive Weltstaat) tauchten in den letzten 3 Jahrhunderten immer wieder auf, und die wirkliche Entwicklung hat sie noch jedesmal Lügen gestraft. Schon für die kosmopolitisch orientierte Aufklärung des 18. Jahrhunderts war die Idee des „Weltstaats“ ganz selbstverständlich Fixpunkt und Zukunftsprojekt, und doch bildete sich die bürgerliche Gesellschaft in der Form nach außen säuberlich abgegrenzter Nationalstaaten heraus. Zu Beginn unseres Jahrhunderts gingen die Protagonisten des klassischen Imperialismus davon aus, daß künftig nur große, geschlossene imperialistische Blöcke im Kampf der Mächte bestehen könnten. Die Herausbildung des Weltmarkts, so die Erwartung, würde alsbald die politische Landkarte der Erde nachhaltig vereinfachen. Die marxistischen Kritiker teilten diese Perspektive. Der sozialdemokratische Cheftheoretiker Hilferding vermutete sogar, daß sich schließlich ein einziger weltumspannender „imperialistischen Überstaat“ herausbilden würde. Die Wirklichkeit scherte sich um diese Extrapolationen in keinster Weise. Als Hilferding 1910 seine Prognose in die Welt posaunte, zierten zwei Dutzend Nationalstaaten das Anlitz der Erde, 70 Jahre später waren es rund sechsmal so viele. Im Zerfall der bipolaren Nachkriegsordnung setzt sich diese historische Tendenz sogar noch beschleunigt fort. Nie zuvor bestand zwischen den Weltregionen eine derartiges Interdependenzniveau, und dennoch war nie zuvor die Zahl politisch selbständiger Einheiten auf der Erde so hoch wie nächste Woche.

Das Dementi, das die reale Entwicklung dieses Jahrhunderts ausspricht, ist wohl zu eindeutig, um dafür bloß die Irrungen und Zufälle politischer Entscheidungsprozesse verantwortlich zu machen. Es drängt sich vielmehr ein Verdacht auf. Vielleicht hat die propagierte „one-world“ nicht nur mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen, die vorausschauende Weltstaatsmänner schon überwinden könnten; vielleicht muß sie auf immer Phantom bleiben, weil ihrem Scheitern eine innere Zwangslogik zugrunde liegt. Möglicherweise ist moderne Staatlichkeit und Politik genauso an die Form des Nationalstaats gebunden wie einst die antike Demokratie an die Existenz der Polis.

3.

Diese Vermutung läßt sich erhärten. Der Weltmarkt macht die Warenproduzenten voneinander abhängig, aber nicht indem er einen allgemeinen Interessenausgleich und die allmähliche Angleichung der Lebensverhältnisse einleitet. Vielmehr fällt die zunehmende Interdependenz mit wachsenden Ungleichgewichten in eins. Während sie nur ihre eigenen Interessen verfolgen, schmieden die jeweiligen „Sieger“ im Konkurrenzkampf nolens volens mit am Elend der Unterlegenen. Ihre relativ komfortable Lage beruht wesentlich auf der beständigen Externalisierung und Anonymisierung all jener Folgelasten, die der blindwütige Verwertungsprozeß, in dem sie reüssieren, anrichtet. Das Einzelkapital erwirtschaftet seinen Extraprofit, indem es andere Kapitalien um ihre Realisationsmöglichkeit bringt und ruiniert, und es gedeiht um so mehr, je vollständiger es seine eigenen Gestehungskosten anderen aufhalsen kann. Während ökonomisch gesehen zunächst die aus dem Feld geschlagenen Mitanbieter, deren Arbeitskräfte und die eigenen Mitarbeiter die Rechnung zu begleichen haben, fallen die immer nur schwer bezifferbaren ökologischen Folgeschäden der Produktion abstrakten Reichtums für gewöhnlich einer nicht genau bestimmbaren anonymen Allgemeinheit zur Last.

Staatliche Eingriffe setzten diesem der Warenproduktion inhärenten Mechanismus innerhalb der politischen Einheit gewisse Schranken. Dem vorzeitigen Ruin der Ware Arbeitskraft steht die gesetzliche Regulierung der Arbeitsbedingungen im Weg; der Staat garantiert seinen Bürgern durch monetäre Umverteilung einen Mindeststandard von Versorgung; die Zerstörung der natürlichen Ressourcen geht nicht im Wildwuchs, sondern kanalisiert und im Rahmen gesetzlicher Normierungen und Ausnahmebestimmungen vonstatten. Diese reglementierende Funktion macht Staat und Politik aber noch lange nicht zu einer der Verwertungs- und Externalisierungslogik entgegengesetzten Kraft. Der Staat legt den Einzelkapitalien zwar vielfach Zügel an, aber als eine getrennt neben „der Wirtschaft“ existierende eigene Wesenheit, setzt er die einzelkapitalistische Verwertung gleichzeitig als seine eigene Grundlage immer bereits voraus. Allein schon finanziell beruht der Erfolg des Steuerstaats auf dem Erfolg jener Kapitalien, die auf seinem Gebiet operieren. Er würde sich daher an seiner eigenen Basis versündigen, wollte er ohne Rücksicht auf die Konkurrenzfähigkeit des Kapitalstandorts prinzipiell gegen die Externalisierung von Kosten vorgehen. Wenn der Weltmarkt unvermeidlich Opfer, Verlierer und Folgelasten produziert, Politik aber die Warenform, das Geld und die Zwangsgesetze des Weltmarkts apriori anerkennt, dann muß sie auch die unvermeidliche Rückseite der Verwertungsbewegung in Kauf nehmen. Es kann ihr nicht darum gehen, ernsthaft gegen die Gestehungskosten abstrakten Reichtums ins Feld zu ziehen, sie muß stattdessen darum kämpfen, bei deren globaler Verteilung gut abzuschneiden. Der Staat wird daher der ihm vorgezeichneten Rolle gerecht, wenn er soweit wie möglich die Folgelasten der Kapitalverwertung über die eigene Grenzen befördert und ihre volle Wucht vom eigenen Hoheitsgebiet ablenkt.

Die Grundlogik, nach der sich Staatseingriffe im Inneren in das Vehikel transnationaler Kostenverschiebung verwandeln, läßt sich unschwer exemplifizieren.

Die Gesetzgeber in Westeuropa haben sich genötigt gesehen, normierend in die Arbeitsbedingungen einzugreifen. Arbeitsrechtliche Vorgaben schützen hierzulande die Arbeitskräfte vor bestimmten Formen von vorzeitigem Verschleiß und gesundheitlichen Schäden. Wirklich verschwunden sind die dazugehörigen menschenverachtenden Vernutzungsweisen aber nur in den Sektoren, in den sie der technische Fortschritt sinnlos gemacht hat. In Fertigungszweigen dagegen, in denen sie auf dem heutigen Produktivitätsniveau für die Verwertung funktional sind, feiern sie dafür in der Peripherie fröhliche Urständ, oder entstehen sogar neu. Die aufblühende Computer- und Elektronikindustrie etwa beschäftigt vor allem in Südostasien zehntausender junger Frauen mit dem Zusammenfügen von Schaltkreisen. Diese filigrane Tätigkeit führt alsbald zu einer schweren Beeinträchtigung des Sehvermögens, ja oft zur Erblindung. Die Verwendung chemischer Gifte tut ein übriges, um die Arbeitnehmerinnen binnen weniger Jahre physisch zu ruinieren. In Westeuropa sind dererlei Arbeitsbedingungen natürlich unzulässig. Sie sind aus den Metropolen aber eben nur verschwunden, damit die dortigen Geldsubjekte die Früchte dieser Arbeit als Importe genießen können, ohne im eigenen Land mit den Opfern dieser Arbeit und den Folgeschäden konfrontiert zu sein. Die zerstörte Gesundheit der Arbeiterinnen taucht bei keiner westlichen Renten- oder Krankenversicherung als Kostenfaktor auf, die Produkte dieser Arbeit sind ganz selbstverständlich in den Verwertungszyklus der Kapitalien integriert. In der Welt des freien Handels kann keine Macht diese glorreiche „internationale Arbeitsteilung“ verhindern und staatlich-politisches Handeln schon gar nicht.

Diese Externalisierung von Zerstörung trifft nicht nur die menschliche Grundlage der Reichtumsproduktion, sondern selbstverständlich ebenso deren Naturbasis. Wie Handelsfreiheit praktisch ein Synonym für die Freiheit des kapitalistischen Zentrums ist, genauso monopolisieren die fortgeschrittensten kapitalistischen Länder automatisch im wesentlichen die Nutznießung der „freien Güter“ dieser Welt. An der mitproduzierten Zerstörung, dem Genuß der erzeugten Schadstoffe usw. dagegen dürfen die armen Vetter im Süden als „Weltbürger“ in vollen Zügen partizipieren.

Wie wenig gesetzgeberische und steuerpolitische Eingriffe angetan sind, diese Grundlogik auszuhebeln, zeigt nicht nur die Hochschornsteinpolitik der 60er Jahre, sondern genauso ein Phänomen wie der Müllexport unserer Tage. Die bundesrepublikanische Verwertungsmaschinerie droht am jahraus jahrein erzeugten eigenen Dreck zu ersticken. Der bundesrepublikanische Staat reagiert gezwungenermaßen auf den bestehenden Müllentsorgungsnotstand, aber er reagiert natürlich marktwirtschaftskonform. Schon aufgrund des Widerstands der Bevölkerung gestalten sich die Bedingungen für die Neuanlage von Deponien schwierig. Die Endlagerung in der Atmosphäre ist als Generallösung nicht durchsetzbar. Die Preise für die „Abfallbeseitigung“ steigen daher. Die Folge ist aber keine Verkleinerung der Müllberge. Der Abfall rollt vielmehr, wie von Geisterhand in Bewegung gesetzt, dem Preisgefälle folgend über die Grenzen, dorthin, wo sich ihm ein freundlicheres „Entsorgungsklima“ bietet.

Hinter dem Skandal steckt System, genauer systemischer Zwang. Jedes Kind, ja sogar sämtliche Experten wissen, das Müllproblem ist keines der Entsorgung. Es kann nur durch Veränderungen in der Fertigungsweise gelöst werden. Das Ziel der Abfallminimierung muß zum Bestandteil der Produkt- und der Produktionsplanung werden. Für den Staat verbietet es sich allerdings ex definitione, dieses Werk in Angriff zu nehmen. Er lebt von der blindwütig prozessierenden einzelkapitalistischen Verwertungsmaschinerie, und die hat nur für abstrakten Reichtum, aber nicht für qualitativ-stoffliche Gesichtspunkte Sinn. Jede noch so bedingte Rücksichtnahme auf ökologische Fakten muß ihr als abstrakt-allgemeingültiges Einzelgesetz von außen bürokratisch aufoktroyiert werden. Wollte der Staat ihr ernsthaft Fesseln anlegen, er würde sich selber strangulieren.

4.

Die Verknüpfung von Staat und Externalisierungszwang reicht noch eine Etage tiefer. Die politische Gewalt muß nicht nur auf einen äußeren Faktor namens Wirtschaft Rücksicht nehmen und sich in den ihr an sich fremden Dienst der Kostenexternalisierung stellen, das moderne einzelstaatliche Modell ist selber ein Resultat der Externalisierungslogik.

Konkurrenz- und Weltmarktfähigkeit hängen auf dem heutigen Vergesellschaftungsniveau nicht allein von Faktoren ab, die in der Handlungsreichweite der Einzelkapitalien liegen. Den möglichen einzelbetrieblichen Erfolg auf dem Weltmarkt beeinflussen mindestens im gleichen Maße gesamtgesellschaftliche Rahmenbedingungen. Ein leistungsfähiges Verkehrsnetz und flächendeckend funktionstüchtige Kommunikationssysteme sind für die Verwertungschancen ebenso maßgeblich, wie der Zustand des Bildungssystems und der Verwaltung des Landes. All diese vielfältigen Bereiche bilden unverzichtbare Voraussetzung entwickelter Warenproduktion, sie lassen sich selber aber nicht, oder nur sehr bedingt, warenförmig organisieren. Daher fallen sie in den Zuständigkeitsbereich staatlicher Einrichtungen.

So notwendig all diese Funktionen für die Verwertungsbewegung sind, sie schlagen gleichzeitig auch als Kostenfaktoren zu Buche. Der moderne Staat existiert doppelt, einerseits als Interventionsstaat, andererseits als Steuerstaat. Aus diesem Dilemma kann sich der Staat nicht herausstehlen. Vernachlässigt er seine infrastrukturellen Aufgabe aus ideologischen oder sonstigen Gründen, so wirkt sich das über kurz oder lang verheerend auf die Konkurrenzfähigkeit der Volkswirtschaft aus. Die USA und das thatcheristische Großbritannien können als abschreckende Beispiele gelten. Bläht er sich über Gebühr auf, dann wird er ebenfalls zum Hemmnis für die Akkumulationsbewegung.

Wie sehr dieser Aspekt mit der fortschreitenden Entwicklung der Produktivkräfte für die gesamte Akkumulationsbewegung an Gewicht gewinnt, läßt sich in etwa an der Entwicklung des Staatsanteils am Bruttosozialprodukt ablesen. Lag die Staatsquote am Anfang des Jahrhunderts in den führenden Nationalwirtschaften unter 10%, so bewegt sie sich in diesen Ländern heute an der 50% Grenze. Staatliche Tätigkeit wird also zu einem entscheidenden Faktor im kapitalistischen Konkurrenzkampf.

Der moderne Interventionsstaat kann seine Effizienz nur unter Beweis stellen, wenn es ihm gelingt ein hohes Maß an intranationaler Homogenität herzustellen. Der selbstbescheidene liberale Nachtwächterstaat des 19. Jahrhunderts war durchaus in der Lage, noch disparat entwickelte Landesteile unter einem politischen Dach zu vereinen. Beim modernen Staat dagegen, der auf breiter Front infrastrukturelle Leistungen erbringen muß und mit seiner Währungs- und Steuerpolitik wesentlich die Rahmenbedingungen der Verwertungsbewegung setzt, wirken sich gravierende ökonomische Binnengefälle zerstörerisch aus. Die Ausgestaltung der staatlichen Aktivitäten von den sozialpolitischen Bedingungen über die infrastrukturellen Vorleistungen, von der Rechtsordnung bis zur Währungs- und Wirtschaftspolitik sind nie für kapitalistische Verwertungsbereiche, die sich auf unterschiedlichen Vergesellschaftungsniveaus bewegen, gleichermaßen adäquat. Die Optimierung der Verwertungsbedingungen ist im Zeichen der internationalen Arbeitsteilung vielmehr gleichbedeutend mit der Anpassung der nationalen Wirtschafts- und Sozialpolitik an die Bedingungen eines spezifierten Verwertungssegments. Ein Land wie Südkorea etwa, das als Exkolonie und bloßer Rohstoff- und Agrarlieferant seinen Weg in die Weltmarktintegration suchte, konnte sich in den 60er und 70er Jahren nur auf die Produktion billiger Massengüter werfen, die keinen sonderlich hoch vergesellschafteten Hintergrund benötigen. Es mußte mit dem Pfund wuchern, das ihm zur Verfügung stand: niedrige Lohnkosten und disziplinierte einfache Arbeitskraft. Der Aufbau eines umfänglichen sozialen Netzes wäre unter diesen Bedingungen ebenso eine krasse Fehlinvestition gewesen, wie etwa größere Ausgaben für Grundlagenforschung. Für ein Land wie die BRD stellt sich die Situation dagegen gänzlich anders da. In den Fertigungssegmenten, in denen etwa die fernöstlichen Schwellenländer (Billigstahl, Schiffbau usw.) Erfolge feiern, können die hiesigen Kapitalien angesichts der hohen infrastrukturellen Standarts und der vergleichsweise üppigen Sozialkosten von vornherein nicht mithalten. Das Kosten- und Vergesellschaftungniveau, das in diesen Bereichen als Standortnachteil zu Buche schlägt, wird aber dort zum Vorteil, wo es möglich ist den Vergesellschaftungsvorsprung als Profit zu realisieren. Der Standort BRD hat gegenüber den Nachholern in Hightech-Bereichen die Nase vorn und ebenso in den Verwertungssegmenten, in denen das reibungslos organisierte Funktionieren einer komplexen, weit über den Einzelbetrieb hinausreichenden Maschinerie ein höheres Gewicht hat als die mechanische unmittelbare Produktionsarbeit. Statt die Lohn- und Infrastrukturkosten auf südkoreanische Verhältnisse zu senken, muß sich der bundesrepublikanische Staat in erster Linie darum bemühen diese Erfolgsgrundlage zu reproduzieren.

Der Zwang zu einer spezifischen Ausrichtung der national institutionalisierten Wirtschaftspolitik verträgt sich nur schlecht mit der Existenz zurückgebliebener Binnenregionen. Die innernationale Armutsregionen sind in doppelter Weise von der Teilnahme an der Verwertungsmaschinerie ausgeschlossen. Sie sind weder in der Lage in den Hightech-Sektoren mitzuhalten, dazu fehlen Teile der infrastrukturellen Voraussetzungen, noch steht ihnen der Weg offen in andere Verwertungssegmente auszuweichen, in denen geringere technische Ansprüche herrschen. In diesen Bereichen nämlich versperren gerade das von den landesinternen Siegerregionen wesentlich mitgeprägte Lohnniveau und die übrigen ebenfalls immer nur landeseinheitlich denkbaren Rechts- und Sozialstandarts den Zugang. Diese Regionen sind daher auf eine Sozialfallexistenz festgenagelt, und je schroffer die Diskrepanzen ausfallen, desto mehr partizipieren sie an den innernationalen Umverteilungsflüssen ausschließlich als Empfänger. Der windschnittige Weltmarktgewinnerstaat muß sein Umverteilungsinstrumentarium nutzen, und die Entwicklungsdiskrepanzen zu überbrücken suchen.

Der Selbstlauf der Konkurrenz schafft beständig regionale Disparitäten. Die Effizienz des modernen Nationalstaats hängt wesentlich mit davon ab, ob es ihm gelingt dieses Gefälle wieder einzuebnen. Der Nationalstaat kann beim Bemühen, seinen defizitären Regionen auf die Sprünge zu helfen, allerdings auch Schiffbruch erleiden. Je unmittelbarer der Binnenmarkt dem Zugriff des Weltmarkts unterliegt, desto wahrscheinlicher ist es, daß die politische Zentralgewalt gegen die polarisierenden Kräfte des Marktes nicht ankommt.

Der eine Weltmarkt erzeugt massive (regionale) Ungleichgewichte. Der Staat, die politische Einheit, muß nach innen einigermaßen einheitliche Lebens- und Verwertungsbedingungen herstellen, denn der moderne Kapitalismus braucht einen kohärenten Funktionsraum. Dieser schreiende Widerspruch kann nur praktische Gestalt annehmen, wenn sich viele politische Einheiten die Erdoberfläche teilen, die jeder für sich Homogenisierungsanstrengungen unternehmen. Wenn wir uns das klar machen, zeichnet sich nicht nur in den katastrophalen Staatsimplosionen eine gewisse Logik ab, die über die Fortexistenz ethnischer Spannungen hinausgeht. Gleichzeitig wirkt im nachhinein die rasende Geschwindigkeit und relative Mühelosigkeit, mit der sich in den 50er und 60er Jahren die in einem halben Jahrtausend mühsam zusammengeräuberten Kolonialreiche auflösten, weniger überraschend. Diese Entwicklung scheint ebenso in einem neuen Licht wie die eigentlich ja frappierende Tatsache, daß ausgerechnet die Verlierer des 2. Weltkriegs, aus dem Nachkriegsboom als die großen Sieger hervorgingen, und den Weltmarkt bis heute wesentlich beherrschen. Der Zwangsabschied von kolonialen Träumen, die rabiate Schlankheitskur, die Japan um seine Besitzungen auf dem asiatischen Festland und Restdeutschland um seine agrarischen Ostgebiete brachte, wurde zum Jungbrunnen für diese kapitalistischen Länder, weil ihnen damit ein Integrations- und Homogenitätsgrad in den Schoß fiel, den die in kolonialen Aneignungsstrukturen befangenen Siegermächte Frankreich und Großbritannien erst mühsam und verzögert erreichen konnten.

Die Botschaft ist klar: Armut ist für den eigenen Erfolg irrelevant, solange sie jenseits der Grenzen bleibt; nur ein wenig Unterentwicklung im eigenen Staatsgebiet erweist sich dagegen als kostspieliger Luxus. Eine schlechte Basis für das Modell Weltstaat und den Traum von einer „Weltinnenpolitik“.

5.

Der Prozeß der Externalisierung stößt an Grenzen. Er beginnt ins Leere zu laufen, sobald die abgeschobenen Folgen, wie vermittelt auch immer, doch auch auf die Externalisierungskünstler selber zurückschlagen. Genau das passiert heute auf breiter Front. Das Ozonloch klafft mittlerweile nicht nur über der Südhalbkugel, sondern öffnet sich auch über den Köpfen der hauptsächlichen FCKW-Produzenten. Der zugunsten der westlichen Holzimporteure in Gang gesetzte Raubbau am tropischen Regenwald gefährdet nicht nur das lokale ökologische Gleichgewicht, sondern das globale.

Die externalisierten Kosten des einzelbetrieblichen Verwertungsirrsinns treffen nicht nur als ökologische Krise schließlich die relativen Gewinner mit. Die Sieger sind ebenso mit neuartigen sozialen Verwerfungen konfrontiert. Die vom Endsieg des Weltmarkts Entwurzelten in Ost und Süd weigern sich, brav und friedlich daheim zu verhungern. Eine zahlenmäßig noch recht bescheidene Vorhut klopft an die Tür der Metropolen. Aber bereits dieser kleine Vorgeschmack auf die künftigen Wanderungsbewegungen löst Panik aus, und leitet die Metamorphose unseres weltoffenen Teilkontinents in die „Festung Europa“ ein. Geldsubjekte ohne Geld drängen ins gelobte Land, und die metropole Verwertungsmaschinerie ist nicht in der Lage, sie als Rohstoff zu absorbieren. Nicht die peripheren Länder erreichen den Anschluß ans westliche Niveau, die Einzelnen machen sich auf die Socken: Go west!

Die Antwort der alteingesessenen Geldsubjekte kommt prompt, und sie kann natürlich nur in der Fortschreibung der alten Externalisierung auf prekär gewordener Grundlage bestehen. Die Krisenseite der Warengesellschaft trat bislang immer im wesentlichen als die Krise der anderen in Erscheinung, und dabei soll es gefälligst bleiben. Die Macht des Sachzwangs kann uns die humanen Kosten nicht mehr auf ihre bewährt sterile und reibungslose Weise vom Hals halten, folglich wächst die Neigung, zur Not künftig auch mit unmittelbarer physischer Gewalt bei diesem Geschäft nachzuhelfen. Pauperes ad portas! heißt der Schreckensruf am Ende der Moderne. Und die Nutznießer des westlichen Sozialstaats sammeln sich zur Abwehrschlacht. „Bekämpft die Armut, vertreibt die Armen“.

Die universelle Tyrannei Weltwarengesellschaft hat die ehrwürdige Abstraktion „Menschheit“ in handgreifliche Wirklichkeit verwandelt, aber nicht im Sinne ihrer verblichenen, vom Geiste des Humanismus beseelten Urheber, sondern vielmehr als soziale und ökologische Katastrophe. Die Herrschaft der bürgerlichen Form realisiert sich im Projekt der ökologischen Selbstvernichtung, während die Menschen aller Herren Länder statt in allgemeiner Verbrüderung im Progrom in allseitigen Kontakt zueinander treten. Die propagierte „one world“ kommt fatalerweise in der wenig erbaulichen Form des Weltbürgerkriegs und als Weltflüchtlingsbewegung zu sich!

6.

Die barbarischen Auflösungserscheinungen der bürgerlichen Ordnung und das drohende ökologische Desaster machen Angst. Die Angst entlädt sich zunächst aus alter Gewohnheit als Anforderung an die Politik. Die Welt treibt blind auf Abgründe zu, die Politik soll eingreifen und das Geschick wenden. Die politische Klasse hat bislang vor dieser Aufgabe kläglich versagt und sich in der Verfolgung bornierter nationaler Interessen verzettelt. Eine andere, an globalen Zusammenhängen orientierte Politik soll an die Stelle der alten treten.

In einer Gesellschaft, die Politik und bewußtes allgemeines Handeln für Synonyme hält, ist dieser Impuls zunächst natürlich verständlich. Dennoch verfehlt er, genauer betrachtet, den Adressaten. Nicht eine radikal andere Politik steht auf der historischen Tagesordnung, sondern viel radikaler der Bruch mit dem Bezugssystem „Politik“ und „Staatlichkeit“ überhaupt.

Wenn die moderne Weltgesellschaft in die Krise gerät, weil auch die „Sieger“ nicht dauerhaft von den Folgen ihres Sieges verschont bleiben, und weil die Externalisierungslogik sich ad absurdum führt, dann stößt Politik als Handlungsform selber mit an ihre Grenze. Eine an kybernetischem Denken und globalen Problemlösungen orientierte „Weltinnenpolitik“ ist schlicht und einfach ein Widerspruch in sich. Politik und das Prinzip der Externalisierung sind miteinander verschwistert, da politisch-staatliches Handeln, indem es sich seiner eigenen Form als das abstrakt Allgemeine fügt, bereits a priori Ware und Geld als die eigentlichen Herren unseres Planeten anerkennt. Als eine vom sonstigen gesellschaftlichen Tun abgetrennte Sondersphäre braucht Politik sich gar nicht erst willentlich extra in den Dienst irgendwelcher Kapitalinteressen zu stellen. Allein schon aufgrund der eigenen Form kommt sie nicht darüber hinaus, sich mit der Synthese divergierender Geldinteressen abzumühen, und die anstehenden sinnlich-stofflichen Probleme dieser Welt darüber hintanzustellen.

Wer die klägliche Rolle der Politik beklagt, der könnte sich genausogut enttäuscht zeigen, wenn ein Elefant im Ballett die Rolle der Ballerina nicht zur vollen Zufriedenheit ausfüllt.

Hinter dem Wunsch nach einer gänzlich „anderen Politik“ verbirgt sich ein anderer, sehr einfacher Gedanke, der sich nur noch nicht selber kennt. Die blind vor sich hin prozessierende Verwertungsmaschinerie hat ein historisch vollkommen neuartiges Destruktionspotential freigesetzt. Der Stoffwechsel des Menschen mit der Natur ist ebenso dabei, katastrophisch aus dem Ruder zu laufen, wie die weltgesellschaftlichen Konfliktherde. Vor diesem existentiell bedrohlichen Hintergrund kann es nur darum gehen, bewußt und ohne jede Rücksichtnahme auf die monetäre und juristische Logik, wo immer nötig einzugreifen und gegenzusteuern. Wenn in der ehemaligen Sowjetunion die vollkommen maroden Kernkraftwerke nicht abgeschaltet werden, obwohl eine ganze Serie von neuen Tschernobyls absehbar ist, weil ansonsten die Energieversorgung sofort zusammenbricht, dann muß sich die Weltgemeinschaft eben bereitfinden, ohne die Dazwischenkunft von Dollar und Rubel die notwendige Energieversorgung sicherzustellen. Wenn in der sogenannten 3. Welt die Subsistenzgrundlagen zugunsten einiger exportorientierter Monokulturen zerstört werden, nur damit diese Länder überhaupt Devisen erwirtschaften können, dann muß ein neuer, antimonetärer Pragmatismus sich dafür stark machen, daß diese Länder auch ohne finanzielle Gegenleistung die erst einmal weiterhin nötigen Importgüter erhalten. Die Steuerung stofflicher Ressourcenflüsse muß sich von der Gewalt des Geldes emanzipieren.

L’illusione dello Stato mondiale

 

L’illusione dello Stato mondiale

deutschsprachige Version

Ernst Lohoff

1.

La dittatura universale della merce e del denaro ha causato la deflagrazione del sistema di riferimento fondato sull’autonomia regionale o nazionale ed ha originato un tessuto connettivo che ha invaso tutto il globo. L’internazionalismo che per i nostri predecessori, fautori del progresso, rappresentava un assioma sacro, è divenuto per noi, loro discendenti, una realtà quotidiana al di là di qualsiasi giudizio morale. Chi oggi sta in sella ad una bici di marca „tedesca“, può stare certo che le sue singole parti sono state fabbricate in non meno di dieci paesi diversi da individui di una settantina di nazionalità. Una catena di fast food nota a livello mondiale afferma con estrema serietà che i suoi prodotti hanno assolutamente lo stesso sapore in tutte le sue filiali, si trovino a Buenos Aires, Mosca o Holzminden. La scomparsa delle foreste tropicali e l’allargamento del buco nell’ozono sono fenomeni dovuti all’azione congiunta di tutte le nazioni industrializzate. Le regioni mondiali costituiscono, ormai da lungo tempo, un sistema di vasi comunicanti per ciò che riguarda l’economia, l’ecologia e la cultura del quotidiano.

Questo incontestabile considerazione ci porta ad una conclusione. Se gli Stati nazionali esistenti, posti di fronte alla sfida, oggi inevitabile, costituita dai flussi di capitale finanziario, di uomini e di inquinamento ambientale, sembrano essere giunti ai limiti della loro capacità di intervento, allora organizzazioni sovranazionali come l’Unione Europea o le „Nazioni Unite“ non dovrebbero prendere prima o poi il loro posto una volta per sempre? Non è forse vero che un mercato mondiale implica necessariamente uno Stato mondiale?

2.

Non molto tempo fa i trionfanti apologeti dell’economia di mercato e della democrazia e i loro ultimi critici erano largamente d’accordo tra di loro riguardo a questa previsione. Ma nel frattempo il paradigma del „nuovo ordine mondiale“ si è rivelato del tutto logoro molto prima della sua realizzazione. Dal ballon d’essai del Golfo Persico, passando per i negoziati del GATT, fino ad arrivare alla Conferenza di Rio, la tanto decantata „politica interna mondiale“ ha potuto esibire solo risultati risibili. Le forze centrifughe si dimostrano molto più intense di quelle unificatrici. Gli odierni Stati nazionali non si evolvono gradualmente, a formare unità politiche sovracomprensive; viceversa tali Stati, all’Est e nel Sud, crollano in successione uno dopo l’altro

La disillusione è spesso un terreno fertile per la memoria. Considerando il precoce smantellamento del „nuovo ordine mondiale“ appare evidente quanto poco originale fosse l’idea stessa di „One World“. Simili progetti e previsioni di unificazione (compreso lo Stato mondiale) sono emersi in continuazione negli ultimi tre secoli e l’andamento dei fatti li ha di volta in volta smentiti. Già per l’Illuminismo del 18° secolo, tendenzialmente cosmopolita, l’idea dello „Stato mondiale“ era un postulato indiscutibile, del tutto conforme alla natura, ed un progetto da perseguire nel futuro; tuttavia la società borghese si organizzava nella forma di Stati nazionali con tanto di confini precisi che li limitavano nei confronti dell’esterno. All’inizio del nostro secolo le figure più eminenti dell’Imperialismo classico sostenevano che, in futuro, nella guerra tra le potenze sarebbero sopravvissuti solo grandi blocchi imperiali chiusi. Ci si attendeva che la costituzione del mercato mondiale avrebbe semplificato nell’immediato ed in modo duraturo la mappa politica della Terra. I critici marxisti condividevano questa prospettiva. Un leader teorico della socialdemocrazia, Hilferding, credeva addirittura nella creazione definitiva di un unico „superstato imperialista“ esteso su tutto il globo. Ma la realtà se ne infischiò altamente di queste estrapolazioni. Quando Hilferding, nel 1910, strombazzò ai quattro venti le sue previsioni, esistevano solo due dozzine di Stati nazionali sulla faccia della Terra; settant’anni dopo erano almeno sei volte tanto. Con la caduta dell’ordine bipolare del dopoguerra questa tendenza storica si è nuovamente accelerata. Mai in precedenza c’era stato un tale livello di interdipendenza tra le regioni mondiali e tuttavia mai le unità politiche indipendenti sulla Terra sono state tanto numerose come oggi.

La smentita che si manifesta nello sviluppo reale di questo secolo è troppo importante perché ne siano responsabili solo errori o fatti aleatori nei processi decisionali della politica. Si fa strada con forza un sospetto. Forse il tanto acclamato „One World“ non deve fare i conti solo con un percorso le cui difficoltà potrebbero essere superate grazie all’azione di lungimiranti statisti globali; forse esso sarà condannato a restare per sempre una figura spettrale poiché una cogente logica interna sovrintende al suo naufragio. E‘ possibile che la statalità e la politica moderne siano legate alla forma dello Stato nazionale come un tempo la democrazia antica all’esistenza della Polis.

3.

Tale supposizione può essere confermata. Il mercato mondiale rende i produttori di merce interdipendenti, ma non promuove la costituzione di interessi generali comuni ed una graduale uguaglianza delle relazioni tra gli uomini. Invece la crescente interdipendenza va di pari passo con una sempre maggiore disuguaglianza. Gli attuali „vincitori“ nella lotta della concorrenza, perseguendo soltanto i propri interessi, contribuiscono, che lo vogliano o no, alla miseria dei perdenti. La loro situazione relativamente favorevole si fonda essenzialmente sulla continua esternalizzazione ed indifferenziazione di tutti gli oneri che derivano dalla furia cieca di quel processo di valorizzazione in cui essi hanno successo. Il singolo capitale realizza il suo profitto vanificando le possibilità di realizzazione degli altri capitali e conducendoli alla rovina; così esso prospera tanto più, quanto più riesce ad accollare agli altri i propri costi di produzione. Mentre dal punto di vista strettamente economico i concorrenti che hanno la peggio nello scontro, presentano il conto a lavoratori e collaboratori, i sempre più pesanti e numerosi guasti ecologici conseguenti alla produzione di ricchezza astratta finiscono come al solito a carico di una determinata generalità anonima.

Gli interventi statali pongono certi limiti al meccanismo inerente alla produzione di merci all’interno di un’unità politica. Al precoce deterioramento della merce forza-lavoro si oppone la regolamentazione giuridica delle condizioni in cui si lavora; lo Stato garantisce ai suoi cittadini attraverso la redistribuzione monetaria un livello minimo di sostentamento; la distruzione delle risorse naturali non avviene in modo sregolato ma progettata e portata avanti nel quadro di normative legali e disposizioni eccezionali. Ma questa funzione regolativa non fa sì che lo Stato e la politica rappresentino delle forze in grado di contrapporsi alla logica della valorizzazione e dell’esternalizzazione. Lo Stato mette numerose briglie ai singoli capitali ma in quanto entità separata che coesiste con „l’economia“, presuppone sempre come proprio fondamento la valorizzazione di questi capitali. Dal punto di vista finanziario il successo dello „Stato delle tasse“ si basa sul successo di quei capitali che operano nella sua sfera di influenza. Esso metterebbe a repentaglio la sua stessa esistenza se volesse prendere dei provvedimenti senza riguardo per la capacità concorrenziale dei capitali locali e in particolar modo contro l’esternalizzazione dei costi. Il mercato mondiale genera inevitabilmente vittime, perdenti e danni che derivano dalla sua azione, quindi la politica, ammettendo aprioristicamente la forma-merce, il denaro e le leggi costrittive del mercato mondiale, deve accollarsi anche le immancabili conseguenze del processo di valorizzazione. Non può battersi seriamente contro i costi di produzione della ricchezza astratta, anzi deve darsi da fare per risultare vincente dalla divisione globale di tale ricchezza. Lo Stato assolverà bene il compito che gli è stato assegnato a priori se, per quanto possibile, esporta i danni conseguenti alla valorizzazione del capitale fuori dai suoi confini, evitando tale onere al proprio territorio nazionale.

La logica basilare secondo cui gli interventi statali all’interno del proprio territorio si trasformano in uno strumento per trasferire i costi da una nazione all’altra, è facilmente esemplificabile.

I legislatori nell’Europa Occidentale hanno ritenuto necessario intervenire in senso normativo nell’ambito delle condizioni di lavoro. Le prerogative del diritto del lavoro difendono i lavoratori da determinate forme di usura precoce e dai danni alla salute. In realtà sono scomparse solo alcune forme inumane di sfruttamento e solo in quei settori resi obsoleti dal progresso tecnologico. Al contrario ritroviamo con facilità tali forme o addirittura ne sorgono di nuove, nei rami produttivi in cui esse sono funzionali al processo di valorizzazione, dato il livello attuale di produttività. La fiorente industria informatica ed elettronica impiega, soprattutto nel Sud-Est asiatico, decine di migliaia di giovani donne nell’assemblaggio di circuiti. Questa attività da certosini conduce ben presto all’indebolimento della vista e spesso alla cecità. L’utilizzo di sostanze chimiche comporta del resto la rovina fisica delle lavoratrici nel giro di pochi anni. Nell’Europa Occidentale tali condizioni di lavoro sono naturalmente proibite. Esse tuttavia sono scomparse dalle metropoli solo perché i lavoratori delle stesse possono godere dei frutti di questo lavoro degradante nella forma di importazioni, senza essere posti di fronte alle vittime di quel lavoro e al male che ne subiscono. La salute distrutta delle lavoratrici non emerge come fattore di costo per la previdenza sociale o per la sanità; i prodotti di questo lavoro sono integrati quasi automaticamente nel ciclo di valorizzazione dei capitali. Nel mondo del libero commercio nessun potere può ostacolare questa trionfale „divisione del lavoro internazionale“, neppure l’azione politico-statale.

Questa esternalizzazione della devastazione non riguarda solo il fondamento umano della produzione di ricchezza, ma automaticamente anche le basi naturali. Come l’espressione „libertà del commercio“ è in pratica un sinonimo per la libertà dei paesi centrali del capitalismo così tali paesi capitalistici avanzati monopolizzano di fatto il godimento dei „beni liberi“ di questo mondo. Al contrario i parenti poveri del Sud possono partecipare come „cittadini“ a pieno titolo solo della distruzione che si origina collateralmente, del consumo dei veleni prodotti ecc.

Che gli interventi legislativi e di controllo politico siano poco adeguati ad affrontare questa logica di fondo, lo dimostra non solo la „politica delle ciminiere“ degli anni’60 ma anche un fenomeno odierno come l’esportazione delle scorie. La macchina da valorizzazione della Repubblica Federale Tedesca minaccia anno dopo anno di soffocare a causa della mole di rifiuti prodotta. Lo Stato tedesco reagisce necessariamente all’attuale emergenza-rifiuti, ma naturalmente lo fa in modo conforme al mercato. A causa della resistenza della popolazione diventa sempre più difficile trovare nuovi terreni per le discariche. Lo stoccaggio nell’atmosfera non è perseguibile come soluzione generale. I costi per l’interramento dei rifiuti crescono sempre più. La conseguenza non è certo la diminuzione della montagna di sporco. L’immondizia si muove come sospinta da una mano spettrale seguendo le condizioni più favorevoli dal punto di vista dei costi, fino al di là delle frontiere dove si trova un ambiente più disponibile. Dietro questo scandalo si nasconde il sistema o meglio la costrizione sistemica. Qualsiasi bimbo e dunque ogni specialista sa che il problema dei rifiuti non coincide con il problema della loro eliminazione. Esso può essere risolto solo attraverso trasformazioni del modo di produzione. L’obbiettivo della minimizzazione dell’immondizia deve diventare parte costitutiva della pianificazione dei prodotti e della produzione. Ma non è permesso allo Stato ex definitione l’intervento in questo ambito. Esso si alimenta della macchina della valorizzazione capitalista, della sua cieca processualità, e così percepisce la ricchezza astratta ma risulta insensibile alla qualità materiale. Qualsiasi provvedimento limitato alla questione ecologica può solo essere imposto burocraticamente nella forma di legge generale e astratta dall’esterno. Se lo Stato volesse incatenare tali processi, finirebbe con lo strangolarsi del tutto.

4.

La connessione tra lo Stato e l’obbligo di esternalizzare attinge un livello ancora più profondo. Il controllo politico non solo deve avere riguardi per un fattore esterno chiamato „economia“ per porsi al servizio dell’esternalizzazione dei costi, che di per sé gli è estraneo, ma lo stesso paradigma odierno fondato sullo Stato unitario è un risultato della logica dell’esternalizzazione.

La capacità di competere sul mercato mondiale all’attuale livello di socializzazione non dipende solo da fattori che si trovano nel raggio d’azione dei singoli capitali. Al possibile successo delle imprese sul mercato mondiale contribuiscono per lo meno in uguale misura le strutture di base generali della società nel suo complesso. Una efficiente rete di trasporti ed un sistema di comunicazioni funzionale ed esteso sono decisivi per le chances di valorizzazione, così come lo stato del sistema educativo e l’apparato amministrativo del territorio. Tutti questi diversificati settori costituiscono il presupposto insostituibile di una produzione di merci sviluppata, ma essi non possono strutturarsi conformemente alle esigenze della produzione di merce o lo possono solo in modo assai limitato. Perciò ricadono nella sfera di competenza dello Stato e delle sue attività.

Per quanto tutte questi ambiti funzionali siano necessari per il processo di valorizzazione essi costituiscono simultaneamente dei fattori di costo. Lo Stato moderno vive una duplice esistenza, come Stato interventista da un lato e come Stato esattore delle tasse dall’altro. Esso non riesce a venire a capo di questo dilemma. Se trascura i suoi compiti nel settore delle infrastrutture per ragioni ideologiche o altro questo comporta, presto o tardi, effetti devastanti sulla capacità concorrenziale dell’economia. Gli USA e la Gran Bretagna durante l’era Thatcher possono valere come esempio ammonitore. Se lo Stato si ingrossa con le tasse finisce col divenire un ostacolo al processo di accumulazione. Quale rilevanza abbia questo aspetto, in seguito allo sviluppo progressivo delle forze produttive, per il processo complessivo di accumulazione lo si può osservare dall’andamento della percentuale della quota statale sul prodotto interno lordo. Tale quota si attestava, all’inizio del secolo, nelle principali economie nazionali al di sotto del 10%, oggi negli stessi paesi, è giunto alle soglie del 50%. L’attività statale diventa così un fattore decisivo nella battaglia della concorrenza capitalistica.

Il moderno Stato interventista può dimostrare la sua efficienza solo se riesce a creare un grado elevato di omogeneità all’interno dei suoi confini. Lo Stato liberale del 19° secolo, che si limitava al ruolo di „guardia notturna“, riusciva ancora a riunire sotto il medesimo tetto politico regioni del paese con diversi gradi di sviluppo. Al contrario sullo Stato moderno che deve assolvere ai suoi doveri nel campo delle infrastrutture in maniera più estesa e che pone le basi del processo di valorizzazione con la sua politica monetaria e fiscale, gravano dislivelli economici interni dall’effetto dirompente. Lo svolgimento delle attività statali, dalle istituzioni socio-politiche agli investimenti infrastrutturali, dalla regolazione giuridica alla politica monetaria ed economica, non è mai un campo adeguato alla valorizzazione capitalistica, che procede su di un livello di socializzazione differente. L’ottimizzazione delle condizioni della valorizzazione sotto l’imperativo della divisione del lavoro internazionale, equivale all’adeguamento delle politiche sociali ed economiche della nazione alle esigenze di uno specifico segmento della valorizzazione stessa. Un paese come la Corea del Sud che, in quanto ex-colonia, tentava di integrarsi nel mercato mondiale come fornitore di materie prime grezze e di prodotti agricoli, si poté dedicare negli anni’60 e ’70, solo alla produzione di beni di massa a basso costo, che non necessitavano di nessuno speciale presupposto di avanzata socializzazione. La Corea doveva sfruttare le risorse di cui disponeva: bassi costi salariali ed un forza lavoro di poche pretese e ben disciplinata. L’edificazione di una progredita rete sociale sarebbe stata, in tali condizioni, un investimento palesemente erroneo così come allocare notevoli risorse nella ricerca fondamentale. Per un paese come la Germania la situazione è completamente differente. Nei segmenti produttivi in cui i paesi emergenti dell’Estremo Oriente celebrano i loro successi (acciaio a buon mercato, cantieristica navale ecc.), i capitali tedeschi, considerati i più elevati standard infrastrutturali ed i costi sociali comparativamente maggiori, non possono tenere il passo sin dal principio. Il livello di socializzazione con i relativi costi che in questi settori si trasforma in un handicap per il sito produttivo, diventa un vantaggio in quei settori dove una socializzazione più progredita consente un profitto. Il sito „Germania“ presenta un vantaggio evidente nei settori high-tech e nei segmenti di valorizzazione in cui il funzionamento senza attriti e organizzato di meccanismi integrati che trascende la singola impresa ha un importanza superiore rispetto al lavoro di produzione meccanizzato e diretto. Invece di abbassare i costi salariali e infrastrutturali fino a livelli sudcoreani, lo Stato federale deve darsi da fare allo scopo di mantenere questi parametri di successo.

L’obbligo da parte della politica economica nazionale istituzionalizzata ad adattarsi ad un settore specifico non si concilia con l’esistenza all’interno dei confini nazionali di regioni arretrate. Le regioni povere sono doppiamente escluse dalla partecipazione al processo di valorizzazione. Esse non sono in condizione di contribuire nei settori ad alta tecnologia, perché carenti, almeno in parte, di presupposti infrastrutturali, e nello stesso tempo gli sono preclusi altri settori della valorizzazione, caratterizzati da esigenze tecniche inferiori. A sbarrare l’ingresso in questi settori è essenzialmente l’elevato livello salariale che è determinato dalle regioni vittoriose così come del resto gli standard sociali e giuridici che sono validi su tutto il territorio nazionale. Pertanto queste regioni sono inchiodate ad un’esistenza di degrado sociale e quanto più marcate si fanno le discrepanze tanto più esse partecipano ai flussi di redistribuzione infranazionali solo come beneficiarie. Lo Stato vincitore sul mercato mondiale deve servirsi dei suoi strumenti redistributivi per cercare di colmare i dislivelli di sviluppo. Il processo della concorrenza crea durevoli disparità regionali. L’efficienza del moderno Stato nazionale si misura essenzialmente sul fatto che esso riesca o meno ad appianare queste differenze. Lo Stato nazionale a costo di notevoli sforzi può aiutare le sue regioni arretrate a spiccare il salto o altrimenti prepararsi al naufragio. Quanto più il mercato interno è soggetto in modo immediato alle esigenze del mercato mondiale tanto più è improbabile che il potere politico centrale possa tenere testa alle forze centrifughe del mercato stesso. Il mercato mondiale genera cioè una massiccia differenza (regionale) di peso specifico. Lo Stato, l’unità politica, deve produrre al suo interno condizioni di vita e di valorizzazione per quanto possibile unitarie, poiché il capitalismo moderno necessita di uno spazio funzionale coerente. Questa stridente contraddizione può sfociare in pratica nella suddivisione del territorio in molte unità politiche ognuna delle quali intraprende lo sforzo di omogeneizzarsi. Se osserviamo le cose più da vicino, nella catastrofica implosione statale si rivela una certa logica che va al di là dell’esistenza di divisioni etniche. La folle rapidità e la facilità relativa con cui negli anni’50 e ’60 si dissolsero gli stati coloniali, duramente saccheggiati per 500 anni, appare meno sorprendente. Questo sviluppo appare oggi sotto una luce nuova così come il fatto, stupefacente in sé, che proprio i perdenti della Seconda Guerra, con il boom del dopoguerra siano risorti come i grandi vincitori che hanno dominato il mercato fino ad oggi. La rinuncia forzata ai sogni coloniali, la brutale cura dimagrante che ha condotto il Giappone alla perdita dei suoi possedimenti nel continente asiatico e la Germania a quella dei territori agricoli dell’Est, è stata una fonte dell’eterna giovinezza per questi paesi capitalistici, poiché in questo modo essi raggiunsero involontariamente un grado di omogeneizzazione ed integrazione che le potenze vincitrici, Francia e Inghilterra, intrappolate in strutture di sfruttamento coloniale poterono conseguire solo con difficoltà e assai tardivamente.

Il messaggio è chiaro: la povertà è un fattore irrilevante per il proprio successo, basta che resti al di là dei confini; anche solo un minimo di sottosviluppo all’interno dello spazio nazionale diventa un lusso maledettamente costoso. Una base pessima su cui fondare il paradigma dello „Stato mondiale“ ed il sogno di una „politica interna del pianeta“.

5.

Il processo di esternalizzazione è giunto ai suoi limiti. Inizia a girare a vuoto, mentre le spiacevoli conseguenze che si credevano eliminate, come sempre accade, finiscono col ritorcersi contro gli stessi artefici dell’esternalizzazione. Questo si verifica in una moltitudine di forme. Il buco nello strato di ozono si non spalanca solo sopra l’emisfero Sud, ma anche sulle teste dei principali produttori di fluoroclorocarburi. La devastazione in corso delle foreste tropicali a vantaggio degli importatori di legname occidentali non minaccia solo l’equilibrio ecologico locale, ma anche quello globale.

I costi esternalizzati dovuti all’insensato processo di valorizzazione aziendale non portano solo crisi ecologiche ai vincitori relativi. I vincitori devono confrontarsi con disagi di tipo nuovo. Gli spiantati nell’Est e nel Sud a seguito della vittoria finale del mercato mondiale si rifiutano di morire di fame, pacificamente, senza disturbare nessuno, a casa propria. Un’avanguardia ancora quantitativamente discreta bussa alla porta delle metropoli. Ma già questo piccolo assaggio dei futuri movimenti migratori scatena il panico e conduce alla metamorfosi del nostro sub-continente aperto nella „fortezza Europa“. Soggetti monetari senza denaro penetrano nella nostro beneamato paese, e la macchina metropolitana della valorizzazione non è in grado di assorbirli come fossero materia prima. Se i paesi periferici non raggiungono il livello di vita occidentale, sono i loro abitanti a mettersi in marcia: Go West!

La risposta dei soggetti monetari che in occidente risiedono ormai da tempo non si fa attendere e naturalmente può solo consistere nella prosecuzione della vecchia logica dell’esternalizzazione su di un fondamento divenuto precario. L’elemento di crisi della società della merce assume sempre la forma della crisi altrui e così dovrebbe continuare, possibilmente per sempre. La realtà dei fatti non ci consente più di liberarci dei costi umani in modo asettico e privo di attriti, di conseguenza cresce la tendenza ad espellere gli individui dalla società anche mediante la violenza fisica immediata. Pauperes ad portas! È questo il grido di allarme alla fine della modernità. E coloro che godono dei benefici dello Stato sociale occidentale si compattano per una battaglia difensiva: „Combattere la povertà, scacciare i poveri“

La tirannia universale della società mondiale della merce ha trasformato la rispettabile astrazione „umanità“ in una realtà che si può toccare con mano, ma non nel senso che gli avevano dato i suoi scomparsi creatori, intrisi di spirito umanista, ma piuttosto nella forma della catastrofe sociale ed ecologica. Il dominio della forma borghese si concretizza nel progetto dell’autodistruzione ecologica mentre gli uomini di ogni paese, invece della fratellanza universale, praticano il pogrom reciproco. Lo „One World“ caro alla propaganda si realizza fatalmente nella sgradevole forma della guerra civile mondiale e come movimento di profughi su scala globale.

6.

I fenomeni barbarici di dissolvimento dell’ordine borghese ed il minaccioso disastro ecologico generano angoscia. L’angoscia si scarica innanzitutto, come da vecchia abitudine, invocando un’azione politica. Il mondo procede ciecamente verso l’abisso, quindi la politica deve intervenire e cambiare il corso del destino. La classe politica si è finora tirata indietro piagnucolando davanti a questo compito e si è dispersa nel perseguimento di ottusi interessi nazionali. Un altro tipo di politica orientata al contesto globale dovrebbe sostituire quello vecchio. In una società in cui „politica“ è sinonimo di attività sociale cosciente, questo impulso è naturalmente comprensibile, almeno inizialmente. Tuttavia, se si analizza meglio la situazione, esso si rivolge alle persone sbagliate. Nella fase storica attuale all’ordine del giorno non c’è una nuova politica radicale ma la rottura necessaria ed assai più radicale con il sistema di riferimento fondato sulle categorie di „politica“ e „statalità“.

Se la moderna società mondiale entra in crisi, dato che anche i vincitori non restano immuni per sempre dalle conseguenze della loro vittoria e la logica dell’esternalizzazione si spinge sino all’assurdità, allora anche la politica come modalità d’azione è giunta ai suoi limiti. Una „politica interna mondiale“ dalla forma mentis cibernetica e orientata alla soluzione dei problemi globali risulta semplicemente una contraddizione in sé. La politica ed il principio dell’esternalizzazione sono intrecciati l’uno all’altra, perché l’azione politico-statale, allorché si conforma ad un’universalità astratta, riconosce a priori che la merce ed il denaro sono i veri dominatori del nostro pianeta. Come sfera speciale separata dal resto dell’agire sociale, la politica non può evitare di porsi deliberatamente al servizio di qualche interesse capitalistico. Proprio sulla base della sua forma specifica essa non va oltre il tentativo di fornire una sintesi degli interessi monetari divergenti ed ignora quei problemi che implicano sensibilità nei confronti del contenuto materiale della realtà.

Chi rimpiange il ruolo miserevole della politica, dovrebbe sorprendersi anche del fatto che un elefante non possa impersonare un ruolo da ballerina in modo completamente soddisfacente.

Dietro il desiderio di una „nuova politica“ totalmente diversa si cela un altro pensiero molto più semplice che non è ancora cosciente di sé. Il processo cieco della macchina della valorizzazione ha scatenato un potenziale di distruzione completamente nuovo. Il ricambio materiale dell’uomo con la natura è divenuto catastroficamente incontrollabile così come le orde che si danno battaglia nella società della merce. Di fronte a questo minaccioso scenario è necessario intervenire e reagire coscientemente, senza alcun riguardo per la logica monetaria e giuridica. Se nell’antica Unione Sovietica le centrali nucleari completamente in disarmo non vengono chiuse, nonostante sia prevedibile un’intera serie di nuove Chernobyl, perché, in caso contrario, sarebbe pregiudicato il rifornimento energetico nazionale, allora la società mondiale deve prepararsi a garantire il necessario approvigionamento energetico senza l’intermediazione del dollaro o del rublo. Se nel cosiddetto Terzo Mondo i fondamenti della sopravvivenza vengono distrutti a favore di monocolture orientate all’esportazione, poiché solo così questi paesi possono ottenere valuta, allora deve sorgere un nuovo pragmatismo antimonetario che permetta a questi paesi di avere tutti i beni di importazione necessari anche senza contropartita finanziaria. Il controllo del flusso delle risorse materiali si deve emancipare dalla signoria del denaro.

ANCHE SPERANZA, DI MAIO, CONTE, GRILLO, CASALEGGIO, DRAGHI, LAMORGESE E TUTTI I LORO CANI FEDELI DIRANNO LA STESSA IDENTICA COSA

          ‘I am innocent’: 100-yo ex-Nazi camp guard accused of complicity in murdering thousands insists he ‘knows nothing’

‘I am innocent’: 100-yo ex-Nazi camp guard accused of complicity in murdering thousands insists he ‘knows nothing’
A 100-year-old man, the oldest person to stand trial in Germany for Nazi-era crimes, who is accused of aiding and abetting the killing of thousands of prisoners at a concentration camp, insists he is innocent.

On Friday, Josef Schuetz appeared in court for allegedly “knowingly and willingly” assisting in the slaughter of 3,518 inmates at the Sachsenhausen camp situated north of Berlin between 1942 and 1945.

“I am innocent,” Schuetz declared when quizzed about his work as a guard at the camp, bluntly insisting that he “knows nothing” about the atrocities that took place there, and that he did “absolutely nothing.”

“Everything is torn” from his head, he remarked, even complaining that he was the only person appearing before the courts.

Also on rt.com 100yo former camp guard oldest person to be tried in Germany for Nazi-era crimes, including complicity in killing Soviet POWs

Allegations against the centenarian include complicity in the “execution by firing squad of Soviet prisoners of war in 1942,” as well as utilizing the highly poisonous gas Zyklon B to kill prisoners.

While he is not accused of having shot anyone in particular, according to a court spokeswoman, his knowledge while serving as a guard means he contributed to the deadly activities at the camp.

On Thursday, the pensioner hobbled into the German court with his face covered by his lawyer, Stefan Waterkamp, who said that his client “will not speak, but will only provide information about his personal situation” at the trial.

He retold a vivid account of his past to the court, such as how he worked at his family’s farm in Lithuania with his seven siblings before he joined the army in 1938.

After the war, he was moved to a detention camp in Russia. The senior then returned to Brandenburg, Germany, where he worked as a farmer and later as a locksmith. 

Also on rt.com Germany expands pensions to 6,500 Holocaust survivors who endured siege of Leningrad & others who lived in hiding

More than seven decades after the end of World War II, Berlin has scrambled to serve justice and prosecute the last remaining Nazi perpetrators. Last week, a 96-year-old care home resident who served as a secretary in a death camp went on the run to avoid court before being arrested just hours later.

Tens of thousands of detainees died in Sachsenhausen camp from forced labour, murder, medical experiments, starvation and disease before it was liberated by Soviet troops. Over 200,000 people were imprisoned there, including Jews, regime opponents, Roma and LGBT people. 

CHIUDERE GLI USA PRIMA CHE SIA TROPPO TARDI PER TUTTO IL RESTO DEL MONDO

 

          Absurd mission creep: The CIA’s new units pave the way for the most totalitarian period in its history

Absurd mission creep: The CIA’s new units pave the way for the most totalitarian period in its history
With new units on China and climate change, global health and emerging tech, the CIA is expanding its reach (as it has often tried to do, unsuccessfully, in the past). But these ventures are likely to have unwanted consequences.

The CIA recently announced a reorganization that includes the creation of two new ‘mission centers’, one focusing exclusively on China while the other – called the Transnational and Technology Mission Center – will look at emerging technologies, climate change, and global health. 

Both of these new units pose baffling questions. You might wonder why it has taken so long for the CIA to set up a dedicated China unit, given the long-term increases in the country’s economic, military and geopolitical power. 

As the New York Times article announcing the reshuffle notes, under the previous set-up the agency had offices specifically devoted to Iran and North Korea, two far less influential nations. Under the reorganization, those two offices have been subsumed into wider regional centers, but this only emphasises the absurdity of the CIA’s apparent lack of prior focus on China. 

Then again, this is the same agency that tried to spy on a Chinese missile testing site by placing a nuclear-powered monitoring station 25,000 feet up in the Himalayas (with the help of local sherpas), only for it to stop working after getting covered by a snowdrift. Its replacement immediately malfunctioned, so the agency gave up on hillside surveillance and began developing a nuclear-powered spy drone. 

The story was so embarrassing to the CIA that when former agency officer Victor Marchetti included it in his book ‘The CIA and the Cult of Intelligence’, the agency’s publications review board insisted it be removed. It wasn’t until decades later that the CIA’s nuclear-powered misadventures on the Chinese mountainside were revealed, when documents on the censorship of Marchetti’s book were released as part of the JFK disclosures.   

Also on rt.com CIA reveals plans to increase focus on China, technology, climate change, & diversity in internal announcement leaked to US media

This sort of ludicrous mishap also casts a worrying light on the other new unit, which is looking into emerging technologies either for use by the CIA, or which might be used against its officers and assets. We can only assume the days of the $20 million project Acoustic Kitty – when the CIA planted bugs inside a domestic cat to try to spy on the Soviets, only for the feline to be hit by a car on its first mission – are firmly over. 

And please, CIA, no more remote-controlled dogs

Likewise, let us hope that the new Transnational and Technology Mission Center will not be rebooting MKUltra, the CIA’s brainwashing experiments that went badly wrong and resulted in many subjects losing their memories and having no idea who they were. It turns out that force-feeding people LSD, giving them electro-shock treatment, and then sexually abusing them does not help convert them to your preferred ideological worldview.

Who would have guessed? 

Maybe we can look forward to the modern equivalent of the same lame-brained schemes, and the CIA will recruit some of the ducks that live near their headquarters, and through a combination of MDMA, nano-nuclear reactors, and making them watch Adam Sandler movies they’ll somehow establish a geopolitical foothold in the South China Sea. 

It’s for the sake of America’s national security, folks. 

But what of climate change and global health?  You could be forgiven for thinking the Bill Gates Foundation has executed a hostile takeover of America’s premier intelligence agency, but – alas – that is not the case. 

Instead, what we’re looking at is the latest development in the expansion of the global security state – the co-opting of public health under the banner of national security.  With terrorism becoming surprisingly unfashionable, new threats are needed to justify the constant encroachment into everyone’s lives that is the intelligence agencies’ stock in trade. 

Up step global pandemics and climate change – two considerably greater concerns than terrorism, to be sure, but neither is a national security issue, because neither has any respect for national borders. You can’t stop a novel flu virus at a Florida checkpoint and turn it away because its vaccine certificates aren’t up to date. 

Similarly, I’m not sure what the CIA is going to be able to do about the recent tornadoes that have ripped through New Jersey, or the winter storms that left Texas with an energy crisis on Valentine’s Day earlier this year. Maybe that crack team of drugged-up ducks can provide emergency assistance. 

Also on rt.com The gold standard of espionage is human intelligence, yet the CIA has never come close to perfecting the art and likely never will

Indeed, given the CIA’s history of causing outbreaks of disease through biological warfare, you might think this was simply an area they would avoid. Especially since these operations weren’t only on foreign soil – such as the African Swine Fever outbreak in Cuba – but also included experiments on the domestic US population

However, if its intention is to muscle in on the business of predicting climate change and disease outbreaks, the CIA should probably take a look at its long list of spectacular intelligence failures. Predicting future events is always tricky, if not outright impossible, but when your batting average is as poor as that of the denizens of Langley, it may be time to hang up your gloves. 

The more disturbing side to this is that these global problems will be branded as requiring global solutions, and the new mission center is the start of the CIA’s effort to put itself at the heart of determining those ‘solutions’.  Furthermore, by turning public health issues into a matter for the security state, the future for civil rights looks increasingly bleak. 

This latest move follows a pattern that we’ve witnessed throughout the novel coronavirus pandemic. In February 2020, some of the mass surveillance provisions and other egregious aspects to the Patriot Act were coming up for renewal, and facing opposition by some members of Congress. The answer? Supporters of the provisions attached the renewals to the coronavirus spending bill to ensure they would pass. 

In the UK, the CIA-supported spy tech firm Palantir was granted a lucrative contract for datastores relating to the Covid pandemic, which resulted in widespread public and independent media opposition, but also record profits for Palantir. 

More recently, a narrative has emerged in US media that places their spy agencies in the middle of predicting and responding to future outbreaks. In April, an op-ed in the Epoch Times stated that “The CDC’s ‘Medical CIA’ Failed America on the Pandemic.” 

Also on rt.com CIA informants overseas get killed, captured or compromised by dozens, according to media citing TOP SECRET cable

The piece was heavily critical of the CDC’s Epidemic Intelligence Service, which is responsible for ensuring that foreign epidemics don’t make their way into the US. The parallels with the CIA are apt, not just because the EIS calls its employees ‘officers’ but also because it’s evidently prone to massive-scale intelligence failures. 

In June, in an interview titled “The CIA may be more useful than the CDC in next epidemic,” former head of the FDA Dr. Scott Gottlieb said, “We need to start looking at public health through the lens of national security and involving our tools of national security in this mission.”

Gottlieb went on: “Historically, the national security agencies wanted to avoid public health issues. And the public health community didn’t want the clandestine services anywhere near its mission out of concern that everyone with a white coat would be perceived to be a spy.  Covid-19 showed us that the intelligence agencies need to be involved in gathering information about emerging infections around the world.”

As such, the CIA’s reorganization is the latest step in a process that has been growing throughout the pandemic, whereby the boundary between public health bodies and intelligence agencies is dissolving, and infectious diseases are classified as national security threats. 

Given the public’s apparent willingness to accept limitations on their liberties in the name of overcoming viral diseases, making people’s health the business of the CIA opens the door to the most totalitarian period in the agency’s history. 

PANNELLA: LA CORTE E' COME LA CUPOLA

 Archivio Lista Pannella Riformatori

Corriere della Sera - 12 gennaio 1995

PANNELLA: LA CORTE E' COME LA CUPOLA

di R.R.

Le reazioni alla bocciatura della consultazione popolare sulla legge elettorale. Andreatta: si allontanano le elezioni.

SOMMARIO: Riporta l'aspro, negativo commento di Marco Pannella alla notizia che la Consulta ha bocciato alcuni dei

referendum proposti dalla Lista Pannella e dalla stessa Lega. Pannella conferma i suoi giudizi sulla Corte Costitutionale

come vera "cupola mafiosa" del regime, e ammonisce che dopo questa sentenza il "regime" partitocratico potrà durare

altri venti anni. Il leader referendario formula critiche anche a Oscar Luigi Scalfaro. L'articolo registra anche i commenti

(negativi anche se più formalmente cauti) di Silvio Berlusconi e di Fini, e quelli, invece, positivi, di alcuni esponenti

popolari, progressisti, verdi, ecc.

(Corriere della Sera, 12 gennaio 1995)

Roma - Non si arrende neanche stavolta Marco Pannella. Neanche davanti al giudizio drastico della Consulta che manda

a morte i "suoi" referendum elettorali. "Da domani si ricomincia con la raccolta delle firme, noi non abbassiamo la guardia

difronte agli scippatori di regime", annuncia il leader sconfitto dei Riformatori prima ancora di conoscere ieri sera l'esito e

le motivazioni dei quindici saggi raccolti per tre giorni a palazzo del Marescialli. E il Marco furioso torna a lanciare accuse

pesanti nei confronti del capo dello Stato che, a suo giudizio, non sarebbe intervenuto per impedire il "sequestro" dei

referendum da parte della Consulta. Anche se nel giorno della disfatta annunciata Pannella vede accolto dalla Corte

costituzionale il quesito sull'automaticità delle trattenute sindacali.

"La Corte si è mossa come una grande cupola di mafiosità partitocratica. E' soltanto una sentenza politica", insorge l'ex

leader radicale appena apprese le ragioni del rigetto dei suoi referendum sulla legge elettorale per Camera e Senato. "I

giudici della Consulta - aggiunge - hanno agito come un gruppo di fuoco per cercare di salvare fino in fondo il regime e le

sue nequizie".

Per Pannella i giudici della Consulta hanno scritto "una pagina vergognosa" con il loro atto di arroganza. "Il sistema così

com'è adesso - incalza durissimo il nostro - grazie a questa sentenza politica si protrarrà per altri vent'anni. Mi auguro

soltanto che i cittadini sappiano reagire a questo golpe proprio per impedire il tentativo di protrarre un regime putrefatto e

traditore della Costituzione".

Le ultime parole di fuoco di Pannella sono riservate a Oscar Luigi Scalfaro, suo vecchio amico, e proprio in queste ore alle

prese forse con la più grave crisi di governo della Repubblica. "Non c'è fondamento giuridico - spiega - per questa

sentenza. Allora, il presidente Scalfaro ha fatto male a non intervenire quando, invece, è intervenuto in troppi campi,

dicendo alto che la Corte avrebbe dovuto decidere secondo Costituzione".

E a dar man forte alle proteste del gran capo dei Riformatori arriva, sia pure con parole più caute, il presidente del

Consiglio dimissionario. Rileva pungente Silvio Berlusconi: "Il voto popolare è il fondamento ultimo della vita

democratica. Le sentenze della Corte costituzionale in materia di referendum esigono naturalmente di essere ponderate,

giudicate con rispetto per l'alta funzione dell'organo che le ha pronunciate. Restano ferme - prosegue il Cavaliere - una

seria preoccupazione ed una forte perplessità per ogni atto che tenda a privare l'elettorato, in tutti i casi controversi e

opinabili, del suo primario e solenne diritto di esprimere la propria funzione sovrana".

Ma se il presidente del Consiglio si mostra perplesso, un altro partner di Pannella nel governo dimissionario, Gianfranco

Fini, non usa certo le mezze parole. "E' una vergogna la bocciatura dei referendum elettorali - commenta duro il segretario

di Alleanza nazionale - una bocciatura che, soprattutto, non si spiega dopo che erano stati accettati quelli di Segni",

insiste Fini. Per poi concludere: "Per dare una valutazione che non sia solo uno slogan politico occorre comunque

aspettare le motivazioni della Corte. Occorre capire perché furono ammessi quelli di Segni, sicuramente più lontani dallo

spirito della Costituzione, che prevede referendum solo abrogativi, rispetto a quelli di Pannella. Ecco dove sta la

vergogna". Di altro tono, ovviamente soddisfatte, sono le reazioni dei Popolari di Rocco Buttiglione, del pattista Mario

Segni, di Alleanza democratica, dei Verdi e di alcuni costituzionalisti (Elia, Paladin, Amadei e Barile). "Prendo atto delle

decisioni della Corte in materia elettorale, che giudico co

rrette. Del resto sarebbe stata una forzatura ammettere quesiti referendari che, se accolti, avrebbero reso inapplicabile il

procedimento elettorale", osserva il presidente dei senatori del Ppi, Nicola Mancino. E il suo collega alla Camera,

Beniamino Andreatta, va anche oltre il giudizio di merito sulla sentenza: "La decisione della Corte sembra precludere la

possibilità di elezioni immediate perché una consultazione politica ora significherebbe il rinvio di un anno del referendum

Mammì".

Anche Mario Segni rileva: "La sentenza della Corte dimostra che il referendum non è più lo strumento idoneo per una

riforma istituzionale: la rivoluzione referendaria è finita il 18 aprile '93". Con buona pace di Marco Pannella che oggi

annuncerà nuovi referendum a dispetto di tutti i suoi nemici vecchi e nuovi.

[R.R.]


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