Chi vince elezioni onestamente, oggi va di fronte alla corte marziale

 
 
Prozessbeginn gegen Aung San Suu Kyi: In der Sackgasse

Die Militärs haben sie kaltgestellt. Die Welt ist von ihr enttäuscht. Nur die Bevölkerung Myanmars steht noch zu der Friedens­­nobel­preis­trägerin.

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13.6.2021, 17:10  Uhr

Sie wird einen eleganten langen Longyi, den traditionellen Wickelrock, tragen und eine schicke Bluse. Sie wird kerzengerade auf dem Stuhl sitzen, ohne sich anzulehnen, so wie ihre strenge Mutter ihr es vorgeschrieben und wie sie es ihr ganzes Leben befolgt hat.

Doch etwas wird anders sein an diesem Montag in Naypyidaw, der Hauptstadt von Myanmar, dem früheren Birma. Aung San Suu Kyi wird in einem Gerichtssaal als Angeklagte Platz nehmen und hinter ihr wird eine Polizistin stehen. Dieser Prozess gegen die Lady, wie ihre Anhänger sie respektvoll nennen, ist einmalig in Asiens Geschichte. Noch nie mussten sich eine Staatsrätin und Außenministerin, ein Staatspräsident und viele andere Regierungsmitglieder gleichzeitig für etwas verantworten, was die meisten Politiker in der Welt für völlig legal halten: Wahlen zu gewinnen.

Genau das haben Aung San Suu Kyi und ihre Mitstreiter im November 2020 getan. Ihre National League for Democracy (NLD) besiegte die Partei der Militärs mit großer Mehrheit. Die NLD gewann sogar Wahlkreise, in denen vor allem Beamte und Soldaten wohnen und in denen die Partei der Armee, die Unionspartei für Solidarität und Entwicklung (USPD), nach allen vorher angestellten Voraussagen hätte siegen müssen. Die Generäle fühlten sich gedemütigt. Myanmars Oberbefehlshaber Min Aung Hlaing sah plötzlich sein größtes Ziel gefährdet, sich selbst zum Präsidenten wählen zu lassen.

Am 1. Februar dieses Jahres putschte die Armee und setzte Aung San Suu Kyi und andere hohe NLD-Funktionäre fest. Die Begründung: Bei den Wahlen sei betrogen worden. Einen Beleg dafür hat das Militär bislang nicht präsentiert.

Unter Hausarrest – nicht zum ersten Mal

Und so landete Aung San Suu Kyi da, wo sie bereits 15 Jahre ihres Lebens verbracht hat: im Hausarrest. Dieses Mal jedoch war sie nicht in ihrer Villa am Inya-See in Yangon eingesperrt, sondern in ihrem Haus in einem Außenbezirk der neuen Hauptstadt Naypyidaw.

Inzwischen haben die Militärs sie offenbar verlegt. „Ihre Anwälte sagen, sie wisse selbst nicht, wo sie sei“, sagt ein Journalist in Yangon.

Kaum jemand zweifelt in Myanmar daran, dass sich die Militärs die Vorwürfe gegen Aung San Suu Kyi und die NLD-Mitstreiter aus den Fingern gesogen haben. Es sind mittlerweile sieben Anklagepunkte, von denen fünf Anfang dieser Woche auf der Tagesordnung im Gerichtssaal von Naypyidaw stehen: So soll sie während des Wahlkampfs gegen die Coronavorschriften verstoßen und illegal zwei Sprechfunkgeräte besessen haben. Außerdem habe sie verbotenerweise 600.000 Dollar und mehrere Kilo Gold angenommen.

Schwerwiegender dürfte ein Vorwurf sein, über den die Junta in der früheren Hauptstadt Yangon verhandeln will: Aung San Suu Kyi habe zum Aufruhr aufgerufen. Die Generäle stützen sich dabei auf ein 98 Jahre altes Gesetz aus britischen Kolonialtagen, das internationale Juristen schon damals kritisierten.

Gewaltfreier Protest Friedlicher Massenprotest ist zunächst die Antwort der Bevölkerung auf den Putsch vom 21. Februar 2021, verbunden mit Streiks in Krankenhäusern, Schulen, Behörden, Banken und Eisenbahnen sowie dem Aufbau einer Gegenregierung im Untergrund. Auffällig ist der massive Protest der jungen Generation. Der große Widerstand überrascht die Putschisten.

Terror der Militärs Repression ist die Antwort des Militärs, das mit gezielten Kopfschüssen gegen friedliche Demonstranten vorgeht. Die lokale Menschenrechtsorganisation AAPP zählt bisher 862 getötete und 6.013 festgenommene Oppositionelle sowie 31 Todesurteile (Stand 12. Juni). China und Russland verhindern eine Verurteilung des Putsches im UN-Sicherheitsrat, westliche Staaten verhängen halbherzige Sanktionen, die Asean-Nachbarn planen eine Vermittlung, lassen sich aber von den Generälen austricksen.

Bürgerkrieg Angst und Chaos breiten sich seit April aus. Weder Putschisten noch Gegenregierung haben das Land unter Kontrolle. Proteste gehen als Flashmobs weiter, doch manche Demonstrant:innen schließen sich ethnischen Rebellen an oder gründen bewaffnete Gruppen. Diese liefern sich Scharmützel mit Militärs und ihren Helfern, die von Bombenanschlägen getroffen werden. Berichten zufolge verüben aber auch Handlanger des Militärs Anschläge etwa auf Schulen, um dies den Gegnern anzulasten, Zehntausende fliehen vor Vergeltungsangriffen, die UN warnen vor Hungersnot und wachsender Armut. (han)

Weitere Informationen zu Myanmar finden Sie unter: taz.de/!t5008238

Bis Ende Juni müssen die Prozesse nach den Vorschriften abgeschlossen sein. Aber was bedeuten für die Militärs schon Regeln? Aung San Suu Kyi durfte ihre Anwälte bislang nur zweimal für jeweils 30 Minuten sehen. Eine politische Botschaft wurde danach nicht bekannt. Sie wünsche „den Menschen gute Gesundheit“, berichtete ihre Anwältin Daw Min Min Soe vage.

Aung San Suu Kyi soll von der Bildfläche verschwinden

Mit dem Prozess gegen die 75-jährige Aung San Suu Kyi verfolgen die Militärs vor allem ein Ziel: sie bis zu ihrem Tod von der politischen Bühne zu verbannen und sich selbst auf Dauer Macht und Pfründen zu sichern. Wenn sie von der Bildfläche verschwände, werde auch die lästige NLD in sich zusammenfallen, hoffen die Militärs.

Denn die Politikerin hat über die Jahre beharrlich an ihrer Absicht festgehalten, die Armee möglichst bald zurück in ihre Kasernen zu schicken. Das aber würde bedeuten, den Generälen die politische und wirtschaftliche Macht zu nehmen und eine echte zivile Regierung zu schaffen.

Demonstranten mit Plakaten

Nach dem Putsch protestieren viele Menschen mit dem Bild Aung San Suu Kyi's Foto: Thuya Zaw/ZUMA Press/imago

Bislang nämlich haben sich die Militärs in Myanmar per Verfassung drei Schlüsselministerien (Verteidigung, Inneres, Grenzschutz) reserviert und festgelegt, dass sie im Parlament stets 25 Prozent aller Abgeordneten stellen. Das macht es der NLD unmöglich, die Verfassung zu ändern, denn dafür ist eine Dreiviertelmehrheit plus eine Stimme notwendig. Ein Verfassungsartikel hatte Aung San Suu Kyi schon nach ihrem Wahlsieg von 2015 daran gehindert, Präsidentin zu werden, weil ihre zwei Söhne britische Staatsbürger sind.

Auf die Machtübernahme durch die Militärs nach den Wahlen vom November 2020 reagierte die Bevölkerung schockiert, rebellisch – und friedlich: Frauen, Männer und Kinder schlugen auf Kochtöpfe und Bratpfannen. Beamte ließen die Akten liegen, Krankenschwestern und Ärzte Skalpell und Verbandszeug und demonstrierten in der Öffentlichkeit.

Vor allem junge Leute wollen die in den zivileren Zeiten unter Aung San Suu Kyi neu gewonnene Meinungs-, Berufs- und Reisefreiheit nicht aufgeben. Sie wehren sich und riskieren, auf der Straße erschossen zu oder nachts von Greiferkommandos abgeholt zu werden.

Aung San Suu Kyi:

„Hoffen wir auf das Beste – und seien wir auf das Schlimmste vorbereitet“

Denn die Militärs reagieren brutal: Rund 850 Menschen, so wird geschätzt, kamen bislang im Kugelhagel der Soldaten oder in den Gefängniszellen ums Leben.

Doch auch in der Armee gibt es Widerstand. Zahlreiche Soldaten sind desertiert und haben sich der Opposition angeschlossen. Allerdings sind es bislang zu wenig, um die Junta ins Wanken zu bringen.

„Hoffen wir auf das Beste – und seien wir auf das Schlimmste vorbereitet.“ So lautet das Lebensmotto von Aung San Suu Kyi.

Für ihr Ziel, die Militärs in die Kasernen zurückzubringen und eine zivile Regierung zu schaffen, hat die Politikerin und Friedensnobelpreisträgerin von 1991 vieles geopfert – auch ihren guten Ruf als „Ikone der Freiheit“. Ihre „gigantische moralische Statur“, die einst der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu pries, ist in den Augen vieler, die sie lange bewundert haben, mittlerweile verkümmert.

Was die Weltöffentlichkeit schockierte, war, dass die Politikerin offenbar in der Hoffnung, die Militärs für sich zu gewinnen, deren Spiel spielte. Als Soldaten die Dörfer der muslimischen Minderheit der Rohingya im Jahr 2017 an der Grenze zu Bangladesch niederbrannten, Frauen vergewaltigten, Männer erschossen und über 700.000 Menschen vertrieben, warteten viele Menschen vergeblich auf ein kritisches oder mitfühlendes Wort von Aung San Suu Kyi.

Stattdessen schwieg sie. Dann verteidigte sie sich so: Sie selbst habe den ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan nach Myanmar geholt, um Vorschläge zu machen, wie die dramatische soziale Lage der Rohingyas zu lösen sei. Doch just zu dieser Zeit hätte die Guerillagruppe Arakan Rohingya Salvation Army (Arsa) Polizeiposten überfallen. Die Rebellen unter den Rohingya seien also für die Gewalt selbst verantwortlich.

Vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag stritt Aung San Suu Kyi im Jahr 2019 den Vorwurf des Genozids ab: Die Aktionen der Militärs seien „legitime Aktionen gegen Terroristen“ gewesen.

Allerdings, räumte sie ein, sei es nicht auszuschließen, dass einzelne Aktionen des Militärs „unverhältnismäßig“ gewesen seien und humanitäres Völkerrecht verletzt hätten. Aber: „Von Völkermord kann keine Rede sein.“

Mit dieser Haltung erntete sie weltweit Verständnislosigkeit im besten, Enttäuschung und Zorn im schlimmsten Fall.

Ihr Schweigen hat sie daheim zur Heldin gemacht

Ganz anders zu Hause in Myanmar: Hier hat ihr das Schweigen nie geschadet, im Gegenteil. Sie wurde gefeiert als Heldin, die internationalem Druck standhält, und damit noch populärer.

Zahlreiche Bürger im überwiegend buddhistischen Myanmar verachten die Rohingyas oder hassen sie sogar. Militärs und buddhistische Mönche hetzen nicht nur gegen sie, sondern gegen Muslime allgemein. Diese wollten, so behaupten die Scharfmacher, die Buddhisten vertreiben, den Buddhismus zerstören und aus Myanmar einen islamischen Staat formen.

Aung San Suu Kyi spielte mit in diesem Konzert des birmanischen Nationalismus – wohl nicht aus Überzeugung, sondern aus politischem Kalkül: Sie wollte die Stimmen der Nationalisten für ihre NLD gewinnen. Als die Bürger Myanmars 2015 frei wählen durften, sorgte die Politikerin dafür, dass es in den Reihen der NLD keinen einzigen muslimischen Kandidaten gab, um die Wahlchancen zu erhöhen. Sie selbst allerdings hatte stets enge muslimische Berater, etwa den Chef des muslimischen Krankenhauses in Yangon oder den Juristen Ko Ni, der 2017 in aller Öffentlichkeit erschossen wurde.

Grafitti

Aung San Suu Kyi bleibt allgegenwärtig: Grafitti in Yangon Foto: Thuya Zaw/imago

Die Bilanz der ersten zivilen Regierung seit 1962 sieht nicht sonderlich rosig aus. Weil ihr das Präsidentenamt versperrt war, hatte sich Aung San Suu Kyi zur Staatsrätin ernannt, das Präsidentenbüro und das Außenministerium übernommen und sich so zur De-facto-Regierungschefin gemacht. Viele Posten besetzte sie mit Parteifreunden, die, so sagen es Kritiker, nicht immer ihrer Aufgabe gewachsen waren. Womöglich spielte auch eine Rolle, dass Aung San Suu Kyi, wie viele ihrer Generation, nach Jahrzehnten von Diktatur und Spitzelwesen wenigen Menschen vertraut.

Sogar politische Gegner gestehen ihr zu: Aung San Suu Kyi und die NLD bekamen es mit einer schwerfälligen Verwaltung zu tun, die auf autoritäre Militärs ausgerichtet war und deren Beamte sich nicht selten selbst bedienten.

Immerhin veränderte sich die Atmosphäre im Land während ihrer Regierungszeit deutlich, es war eine Periode der Hoffnung. Die Verwaltung entließ Hunderte politischer Gefangener und strich eine Reihe von Gesetzen, die das Militär genutzt hatte, um Oppositionelle hinter Gitter zu bringen. Sie kämpfte gegen Bürokratie und krumme Geschäfte. Sie schloss einige Ministerien, stärkte die Rechte der Antikorruptionsbehörde und trennte das mächtige und einflussreiche Hauptverwaltungsamt mit 36.000 Beamten von dem der Armee unterstehenden Innenministerium.

„Sie hat die Korruption bekämpft und versucht, eine transparente und effektive Regierung zu schaffen“, sagt ein prominenter Journalist in Yangon, dessen Name angesichts der Repression der Militärs nicht genannt werden kann. So seien Regierungsaufträge nicht mehr unter den Kumpeln aus Wirtschaft und Militär verschoben, sondern öffentlich ausgeschrieben worden.

Aung San Suu Kyi selbst hält sich zugute, erfolgreich Malaria, HIV-Aids und Tuberkulose bekämpft zu haben. Während der Covid-19-Pandemie rief sie die Menschen dazu auf, Masken zu nähen, Geld zu sammeln und sich als freiwillige Helfer zu melden.

Derek Mitchell, früherer US-Botschafter in Myanmar:

„Vielleicht hat sie sich nicht geändert. Vielleicht blieb sie immer gleich, und wir haben ihr Wesen nicht gekannt“

Doch ihr großer Plan, den Bürgerkrieg im Land zu stoppen und mit den zahlreichen nationalen Minderheiten einen gemeinsamen Bundesstaat zu schaffen, geriet ins Stocken, die Unterhändler rannten sich fest. Derzeit zieht die Armee wieder gegen Soldaten der Chin und der Karen zu Felde. Dörfer brennen, Tausende Menschen fliehen durch den Dschungel.

Auch die Wirtschaft entwickelte sich nicht so wie erhofft. Die ausländischen Investitionen verringerten sich mit den Jahren, weil Bürokratie und immer noch verbreitete Korruption Geschäftsleute abschreckte. Das Bruttosozialprodukt dürfte nach Schätzung der Asiatischen Entwicklungsbank wegen der Covid-19-Pandemie in diesem Jahr gar um 9,5 Prozent schrumpfen.

Hat die Politikerin sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt? „Die Geschichte der Aung San Suu Kyi ist auch eine Geschichte von uns. Vielleicht hat sie sich nicht geändert. Vielleicht blieb sie immer gleich, und wir haben bloß ihr gesamtes Wesen nicht gekannt“, sagt der frühere US-Botschafter in Myanmar, Derek Mitchell, über sie und das Bild, das sich die Welt von ihr machte.

Vor unpopulären Entscheidungen hatte sich die Lady jedenfalls nie gefürchtet: Als sie in den 1990er und 2000er Jahren noch im Hausarrest saß, sprach sie sich zum Entsetzen vieler Parteifreunde strikt für internationale Wirtschaftssanktionen gegen das Militärregime aus, obwohl ein Boykott Tausende von Arbeitsplätzen ihrer Landsleute gefährdete.

Und als sich 2012 Anwohner gegen ein umstrittenes Projekt, die Letpadaung-Kupfermine, wehrten, unter anderem, weil ihr Land beschlagnahmt worden war, ergriff Aung San Suu Kyi mitnichten Partei für die Dörfler. Internationale Verträge, in diesem Fall zwischen einem chinesischen und einem birmanischen Militärunternehmen, seien einzuhalten, belehrte sie die verblüfften Demonstranten.

Eine furchtlose Familie

Die Furchtlosigkeit, sich unbeliebt zu machen, liegt in der Familie. „Ich tue das alles für meinen Vater“, beteuerte sie einst. General Aung San, der später als Nationalheld und Gründervater des unabhängigen Staates Birma gefeiert wurde, hatte sich 1940 mit den Japanern gegen die britischen Kolonialherren verbündet. Obwohl die Japaner in China kurz zuvor Hunderttausende Menschen massakriert hatten, zog er ihre Uniform an, heftete sich einen Orden des japanischen Kaisers an die Brust, hängte sich ein Samuraischwert an den Gürtel und zog mit ihnen in die damalige Hauptstadt Rangun ein. Erst später ging er mit seinen Soldaten von der Fahne und schloss sich den Briten an, mit denen er schließlich die Unabhängigkeit des Landes aushandelte.

Sie habe sich immer als Politikerin verstanden und nicht als Menschenrechtsaktivistin, beteuerte Aung San Suu Kyi immer wieder. So recht glauben mochten es ihre Bewunderer im Ausland ihr nie – bis sie 2015 in die Regierung einrückte und sie sich wie eine Politikerin verhielt: berechnend, lavierend, taktierend – und die es sogar duldete, wenn Journalisten wegen ihrer Berichterstattung der Prozess gemacht wurde.

Aung San Suu Kyi hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie – ganz die Tochter ihres Vaters – den Militärs nahestand, auch wenn sie sich eine zivile und demokratische Regierung wünschte. Bis zur Ermordung ihres Vaters im Jahr 1947 waren es in ihrem Elternhaus stets Soldaten, die mit ihr spielten. Die Generäle, die Aung San Suu Kyi nun kaltstellen, hat sie noch 2018 als „ziemlich süß“ bezeichnet.

Dies ist nur schwer nachzuvollziehen. Denn die Armee Myanmars, die Tatmadaw, ist eine üble Truppe, die brutal gegen nationale Minderheiten zu Felde zieht, sich mit Drogenhändlern verbündet und nach Aussagen vieler Experten zutiefst korrupt ist.

Die meisten Soldaten sind auf absoluten Gehorsam gedrillt und fest davon überzeugt, dass nur sie die Unabhängigkeit des Landes vor ausländischen Invasoren retten können. „Soldaten töten Menschen in dem Glauben, dass sie die Nation vor ausländischer Intervention schützen“, sagte ein abtrünniger Hauptmann der New York Times im April.

Damit nicht genug. Viele Generäle glauben fest an übermächtige Kräfte. Die Entscheidung, die Hauptstadt im Jahr 2005 von einem Tag auf den anderen von Rangun nach Naypyidaw ins Landesinnere zu verlegen, etwa fiel, weil ein Wahrsager dem damaligen Machthaber Than Shwe prophezeit hatte, sein Stern werde sinken, wenn er sich nicht flugs aus Yangon davonmache.

Vor den Scherbenhaufen ihres Lebens

Nun steht Aung San Suu Kyi vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens. Das Kalkül, diese Truppe unter Kontrolle zu bekommen, ist nicht aufgegangen. Alle Opfer, alle Härte gegen sich selbst, scheinen vergebens. Im Jahr 1999 war sie nicht zu ihrem sterbenden Mann nach England gefahren, weil sie fürchtete, die Militärs würden sie nicht mehr ins Land lassen.

Fast 15 Jahren saß Aung San Suu Kyi in ihrer Villa am Inya-See in Rangun im Hausarrest und lehnte es ab, Pakete und Briefe ihrer Familie zu empfangen, weil sie sich nicht der Gnade ihrer Wärter ausliefern wollte. Sie verpasste zu sehen, wie ihre Kinder aufwuchsen. Als sie im Jahr 2003 im Gefängnis saß, lehnte sie den Besuch ihres Sohnes Alexander ab, weil sie so behandelt werden wollte wie alle anderen Gefangenen.

Einige Getreue, die ihr 2015 davon abrieten, sich auf eine Regierung mit den Militärs einzulassen, fühlen sich nun bestätigt. Damals hatten sie der strengen Buddhistin empfohlen, durch die Welt zu reisen, Geld für Schulen und Krankenhäuser in ihrer Heimat zu sammeln und um Investoren zu werben.

War es das? Endet die Geschichte der Aung San Suu Kyi so tragisch wie die ihres Vaters, der 1947 von dem Killerkommando eines Rivalen erschossen wurde?

Die Militärs mögen sie mit dubiosen Gerichtsurteilen aus dem politischen Alltag verbannen. Aber sie haben offenkundig die Hartnäckigkeit und den Ideenreichtum der Bürger Myanmars unterschätzt, und auch deren Entschlossenheit, sich zu wehren. Ein Journalist in Yangon ist fest davon überzeugt: „Min Aung Hlaing und seine Generäle werden von den eigenen Leuten beseitigt werden.“

Fragt sich nur: Wann? Die Zeit läuft der Lady davon. Und ein ähnlich charismatischer und durchsetzungsfähiger Nachfolger ist nicht in Sicht. Dafür hat die eigenwillige Aung San Suu Kyi selbst gesorgt. Überrascht dürfte sie über ihr Schicksal jedenfalls nicht sein, getreu ihrem Motto: „Seien wir auf das Schlimmste vorbereitet.“

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Los gran capitanos de pantalon!

 

Ilva, dati nascosti e conti segreti: così il governo ha comprato al buio

Un report della società di revisione KPMG redatto alla vigilia dell’ingresso dello Stato nel capitale solleva pesanti dubbi sui bilanci del gruppo siderurgico gestito da Arcelor Mittal. La multinazionale ha fornito “dati incompleti e di difficile lettura”. Ma nonostante queste incertezze, a dicembre Conte decise comunque di investire un miliardo nel salvataggio


Il governo Conte, a dicembre dell’anno scorso, ha comprato l’Ilva a scatola chiusa, impegnandosi a pagare un miliardo di euro senza disporre di un’analisi approfondita e completa dei conti della società gestita dalla multinazionale Arcelor Mittal. L’analisi affidata alla società di consulenza Kpmg in vista dell’acquisizione dell’acciaieria di Taranto si è infatti conclusa con un report che segnala “forti limitazioni” nell’accesso ai dati di bilancio. Il documento, redatto a fine 2020 su incarico della holding pubblica Invitalia guidata da Domenico Arcuri, avverte fin dalle prime pagine che Kpmg non ha potuto aver accesso a un gran numero di dati ritenuti significativi e che altre informazioni risultano disomogenee e di difficile lettura.

Il nuovo polo dell’acciaio di Stato nasce quindi sulla base di una valutazione solo parziale del reale valore delle attività destinate a passare di mano. Non solo, alla luce dei dati contenuti nel report di Kpmg, l’impianto di Taranto continua a produrre perdite notevoli e la ripartenza dopo il crollo del mercato dovuto all’emergenza Covid si sta rivelando più difficile del previsto. Per la prima volta, infatti, il documento riporta alcuni dati, per quanto parziali, sull’andamento del gruppo, dati che erano fin qui rimasti un segreto ben custodito da Arcelor Mittal. Si scopre così che il 2020 dovrebbe essersi concluso in perdita di 314 milioni al lordo di interessi, ammortamenti e tasse. Una cifra che va confrontata con il risultato del 2019, che era andato in rosso di 941 milioni, prima delle partite fiscali e finanziarie.

Realfonzo (Cometa): "Il Recovery non basta per una ripresa duratura. Bisogna reclutare il risparmio nazionale"

 

Realfonzo (Cometa): "Il Recovery non basta per una ripresa duratura. Bisogna reclutare il risparmio nazionale"

Il neo presidente del maggior fondo pensione di categoria chiede uno strumento di investimento in seno alla Cdp per orientare il risparmio previdenziale verso l'economia reale. "Veniamo da decenni di sotto-investimenti pubblici, persi 120 miliardi rispetto alla media Ue"
4 minuti di lettura

Il punto G

 

CHE PALLE LA PRIVACY ... SPECIALMENTE QUANDO E' A FAVORE DEL LAVORATORE ... IL MONDO SAREBBE MOLTO MEGLIO SENZA DIRITTI DEI LAVORATORI ...

 

La privacy ha stufato (le élite): è un errore

2 minuti di lettura

"Privacy. Questo è iPhone". Probabilmente l'avete vista. E' la nuova campagna della Apple. Nelle grandi città ci sono delle affissioni enormi. Non ho mai visto la parola privacy scritta in caratteri cubitali di queste dimensioni. Eppure avrebbero potuto promuovere una delle tante meraviglia della nuova serie 12: la connettività 5G (anche chissenefrega in effetti); la millesima fotocamera e gli ennemila megapixel (yawn, sbadiglio); la sincronizzazione col pensiero o lo schermo di un vetro così duro che si romperà solo il tuo iPhone in tutto il mondo. E invece hanno scelto di promuovere la cosa apparentemente meno sexy e più importante: la privacy. 

In effetti con il nuovo sistema operativo iOS ogni volta che apri una  app ti appare un messaggio che dice: sei sicuro di voler condividere tutti i tuoi dati personali con questa app, o anche meno? Io di solito rispondo anche meno, per vedere cosa cambia soprattutto. Se lo faranno in tanti, probabilmente cambierà il modello di business di Internet. E' un dibattito aperto che vede dalla parte opposta Facebook e, meno rumorosamente, Google che invece sostengono che così gli utenti avranno servizi peggiori (e le startup faticheranno a trovare clienti). 

Mentre nel mondo la privacy viene elevata al tema più importante per il futuro delle nostre vite digitali, in Italia pare che ci sia una gran voglia di sbarazzarsene. Nel giro di una settimana si sono registrate quattro autorevoli "uscite" che in sostanza dicono la stessa cosa: che palle questa privacy, se non ci fosse il mondo sarebbe migliore. Prima Carlo Calenda a proposito di una decisione del garante sui dati dei lavoratori; poi il ministro Vittorio Colao e l'economista Carlo Cottarelli, per la scelta del Garante di non autorizzare per ora l'app IO per il Green pass vaccinale; e ultimo il direttore dell'Agenzia delle Entrate Ernesto Maria Ruffini che nel corso di un webinar ha detto che la fatturazione elettronica "non ha dato gli effetti sperati... perché abbiamo un armadio pieno di dati che non siamo autorizzati a utilizzare per la privacy". L'evasione fiscale, insomma, è colpa della privacy. 

 

Intanto sabato in un forum sul dark web un criminale informatico ha messo in vendita i dati personali di oltre 7 milioni di italiani, relativi alla loro situazione vaccinale. Dati provenienti da qualche data center dove erano protetti "in modo ridicolo", ha detto l'hacker. Cosa c'entra l'attacco informatico con l'attacco politico alla privacy? Moltissimo. Quando parliamo di privacy non parliamo di un inghippo burocratico ma di un diritto delle persone. Come concetto nasce alla fine dell'800, ma recentemente sono stati due giuristi italiani (Giovanni Buttarelli e Stefano Rodotà) a farlo diventare in Europa una architrave per proteggere le persone nell'era digitale. A quelli che pensano sia una fisima, consiglio di riguardare il film Perfetti sconosciuti" quando improvvisamente in una cena tutti i messaggi che gli astanti ricevono vengono letti ad alta voce. Una vita senza privacy è quella cosa lì: la fine delle libertà personali. 

Poi certo il comunicato stampa del garante sul Green Pass era criticabile; e si possono, anzi, si devono, fare passi avanti per rendere le banche dati pubbliche interoperabili (sempre usando soltanto i dati necessari non uno di più). Ma far passare l'idea che la privacy non serva, anzi, che senza "faremmo prima", è sbagliato e pericoloso. Un anno fa quando debuttava la app Immuni molti sostenevano che per battere il virus avremmo dovuto rinunciare alla privacy e consentire a Immuni di tracciarci come in Corea del Sud. Quella tesi non è passata, il virus lo stiamo battendo solo adesso grazie ai vaccini e Immuni non ha funzionato non per la privacy ma perché al ministero della Salute hanno fatto di tutto per farla fallire. Se avessimo dato via libera ad una sorveglianza di massa tramite app non so se avremmo davvero contrastato il virus un po' prima ma saremmo diventati uno stato autoritario. 

Quando cedi sui diritti e le libertà fondamentali è un attimo che ti ritrovi a dire che per battere il traffico nelle città dovremmo limitare la libertà di movimento delle persone e per evitare di perdere tempo nei dibattiti, anche quella di espressione. 

L'Italia in questo periodo storico è un ben strano paese: chi comanda sembra stia cercando di sbarazzarsi della privacy, rendendo i cittadini più vulnerabili; e nel frattempo tutto i dati che per legge dovrebbero essere pubblici, per esempio quelli sulla pandemia, restano blindati nei cassetti. Trasparenza zero. Vogliono sapere tutto di noi, ma non ci dicono nulla di loro.

GLI EMIGRATI AIRE SONO SOLO LA META' DEGLI EMIGRATI ITALIANI: PARLIAMO DI CA. 7-8 MILIONI DI PERSONE

 

AFFARI ESTERI E COOPERAZIONE INTERNAZIONALE

Interrogazioni a risposta in Commissione:

   BILLI, COIN, COMENCINI, DI SAN MARTINO LORENZATO DI IVREA, FORMENTINI, PICCHI, RIBOLLA e ZOFFILI. — Al Ministro degli affari esteri e della cooperazione internazionale. — Per sapere – premesso che:

   la rete consolare italiana nel Regno Unito è sotto pressione sia per il Covid-19, che, in particolare, per la Brexit: il consolato d'Italia a Londra calcola che per ogni Italiano iscritto all'Aire (Anagrafe degli italiani residenti all'estero) ci sia un altro, italiano che non si è ancora iscritto, sebbene secondo la legge l'iscrizione sia obbligatoria entro un anno dal trasferimento in un altro Paese;

   la pandemia causata dal Covid-19 ha avuto ripercussioni pesanti sulla mole di lavoro dei consolati che hanno accumulato ritardi nello smaltimento anche delle pratiche per le carte d'identità e dei passaporti a causa delle restrizioni sanitarie e di sicurezza;

   il precedente Governo aveva già deciso di potenziare il consolato generale di Londra ed erano state prese misure in tal senso, nonché stanziate risorse aggiuntive;

   la situazione sta diventando esplosiva anche in altre città inglesi, dove la pandemia da Covid-19, originata in Cina, sta mietendo numerose vittime: anche per questo sarebbe necessario fornire ai nostri connazionali un punto di riferimento strutturato al quale rivolgersi;

   la riapertura del consolato di Manchester – chiuso nel 2014 dall'allora Governo in carica, di centrosinistra – è stata più volte oggetto di atti di sindacato ispettivo e di indirizzo da parte degli interroganti e a maggio 2019 il Governo pro tempore ha accolto anche un ordine del giorno che andava in tal senso –:

   se non si ritenga urgente la riapertura del consolato di Manchester, quali siano i tempi e quali siano le iniziative messe in atto per giungere a questa riapertura, considerando che i finanziamenti sono già stanziati da tempo ed il console per questa sede già identificato.
(5-04800)

   BOLDRINI e QUARTAPELLE PROCOPIO. — Al Ministro degli affari esteri e della cooperazione internazionale, al Ministro della salute. — Per sapere – premesso che:

   a partire dal 1986, anno della catastrofe nucleare di Chernobyl, ha preso avvio in Europa il progetto dei soggiorni terapeutici a favore dei bambini vittime della tragedia; grazie ad un grande ponte aereo umanitario quasi 500.000 bambini bielorussi hanno visitato l'Italia almeno una volta, circondati dall'affetto delle famiglie italiane;

   a causa del Covid-19, a partire dal 27 febbraio 2020, la Repubblica di Belarus ha sospeso i viaggi solidaristici, riservandosi di rivedere la propria decisione in base alla situazione epidemiologica del nostro Paese e alle misure programmate dall'Italia per provvedere alla sicurezza sanitaria dei bambini ospitati;

   si tratta di un progetto unico al mondo e il 10 maggio 2007 è stato anche sottoscritto un accordo intergovernativo tra Italia e Bielorussia sulle condizioni di risanamento a titolo gratuito dei minori bielorussi in Italia, primo strumento giuridico internazionale di questo tipo;

   secondo alcuni studi scientifici i soggiorni terapeutici portano a una riduzione compresa tra il 30 e l'80 per cento delle particelle di Cesio-137 presenti nell'organismo dei bambini nati sul territorio interessato dall'incidente nucleare del 1986 e ad oggi, purtroppo, sussistono ancora le conseguenze negative di quell'incidente per la popolazione della Repubblica della Bielorussia;

   in Italia sono migliaia le famiglie che da decenni accolgono uno o più minori bielorussi durante il periodo estivo e delle vacanze natalizie, attraverso le tante associazioni di volontariato attivatesi dopo il 1986;

   si tratta di bambini orfani che vivono in istituti e case famiglia, e, dunque, non si tratta solo di viaggi a scopo terapeutico, ma anche psicologico e sociale;

   non risulta agli interroganti la notizia secondo cui non ci sarebbero attualmente collegamenti aerei commerciali tra l'Italia e la Bielorussia a fare da ulteriore ostacolo;

   è importante sottolineare come tra le famiglie ospitanti e i bambini si siano creati anche dei profondi legami affettivi, interrotti a causa di questa decisione, per ovviare alla quale molte delle famiglie si sono organizzate per andare in Bielorussia a incontrare i bambini nei mesi di agosto e settembre;

   le famiglie ospitanti da mesi cercano di interloquire con il Comitato interministeriale per trovare una soluzione, offrendo la propria disponibilità a farsi carico di tutti gli oneri finanziari e prescrittivi;

   è da dicembre dello scorso anno che i bambini non possono venire a incontrare le famiglie italiane e una lontananza così prolungata compromette gli effetti benefici affettivi, psicologici e di salute che questi progetti devono garantire; il mancato arrivo nel corso dei tre mesi estivi, il periodo di accoglienza più lungo dell'anno, ha già provocato rilevanti effetti negativi sui bambini ed ha esasperato le famiglie;

   per altre situazioni, nonostante i divieti di ingresso nel nostro Paese, si sono permesse delle eccezioni, come per esempio nel caso del Festival del cinema di Venezia;

   la grave crisi politica e istituzionale che sta vivendo la Bielorussia a seguito dei brogli che hanno falsato i risultati delle elezioni presidenziali dell'agosto 2020 e della violenta repressione del regime di Lukashensko contro gli oppositori non deve ostacolare la ripresa di una attività umanitaria rivolta a bambini che necessitano di cure e di concreta solidarietà –:

   se il Governo non intenda adoperarsi con il Governo della Bielorussia per trovare un accordo che permetta la ripresa di questi importanti programmi di accoglienza terapeutica e umanitaria per il periodo di Natale 2020.
(5-04802)

FATTO??? >>> NIENTE

 

Istituzione di una Commissione parlamentare per gli italiani nel mondo.
Testo unificato C. 802 e abb.
(Parere alla III Commissione della Camera).
(Esame e conclusione – Parere favorevole).

  La Commissione inizia l'esame del provvedimento.

  La deputata Marialuisa FARO (M5S), relatrice, ricorda anzitutto che nell'ultimo ventennio le tematiche degli italiani all'estero hanno fatto registrare un crescente interesse, a partire da quando, con la legge n. 459 del 2001 – approvata nella XIV Legislatura – sono state dettate norme per l'esercizio del diritto di voto dei cittadini italiani residenti all'estero.
  Successivamente il Parlamento è tornato spesso ad occuparsi di tali tematiche, sia sul piano legislativo, sia ad esempio, con provvedimenti riguardanti provvidenze per i connazionali all'estero e per la diffusione della lingua e della cultura italiana a loro beneficio, sia con norme concernenti il rinnovo degli organi rappresentativi degli italiani all'estero (COMITES e CGIE). Non meno rilevante anche l'attività conoscitiva e di indirizzo dispiegata a partire dalla XIV legislatura.
  Per quanto riguarda il contenuto del nuovo testo unificato in esame, che si compone di 7 articoli, l'articolo 1 istituisce, al comma 1, una Commissione parlamentare bicamerale per gli italiani nel mondo con compiti di indirizzo e controllo sulle politiche e sugli interventi riguardanti i cittadini italiani residenti all'estero, sia per rilevarne e risolverne i problemi, sia per individuare le modalità più idonee a promuoverne la partecipazione al perseguimento del progresso economico, scientifico e culturale e degli interessi nazionali della Repubblica.
  Si prevedono inoltre compiti di promozione delle politiche di sostegno agli italiani all'estero, di studio, monitoraggio e approfondimento delle questioni riguardanti gli italiani all'estero nonché ricognizione e proposta nelle materie attinenti ai fenomeni di mobilità degli emigranti italiani, con particolare riferimento ai giovani diplomati e laureati che lasciano il territorio nazionale per ragioni di lavoro, di studio e di ricerca.
  Ai sensi del comma 2, si prevede che la Commissione definisca un programma di attività avvalendosi del contributo delle comunità italiane all'estero, delle Regioni, delle Amministrazioni pubbliche, del Consiglio generale degli italiani all'estero (CGIE), dei Com.it.es (Comitato degli italiani all'estero) e delle principali associazioni degli italiani all'estero.
  L'articolo 2 disciplina le attività della Commissione, prevedendo, in particolare, al comma 1, che essa:

   valuta la coerenza della legislazione vigente con il rispetto e con il sostegno dei fondamentali diritti sociali, civili e politici dei migranti italiani, adottando iniziative per favorire il coordinamento tra la normativa nazionale e quella regionale in tema di migrazioni;

   elabora criteri per promuovere il coordinamento delle iniziative delle regioni a favore dei rispettivi cittadini emigrati all'estero;

   verifica il percorso di integrazione compiuto dagli italiani presenti nei rispettivi Paesi di residenza e l'eventuale esistenza di situazioni di emarginazione e discriminazione nei loro confronti;

Pag. 211

   studia le tematiche inerenti alle nuove generazioni di discendenti da cittadini italiani;

   favorisce la promozione integrata del sistema Italia nel mondo; promuove una ricognizione dell'imprenditoria italiana all'estero e degli imprenditori di origine italiana;

   promuove la diffusione della lingua e della cultura italiana nel mondo in un quadro interculturale e multilinguistico, valorizza le espressioni storico-culturali delle comunità italiane nel mondo e dei suoi esponenti più significativi;

   sulla base dell'analisi dell'emigrazione italiana e di tutte le forme di mobilità degli italiani nel mondo, propone atti di indirizzo e soluzioni normative per contrastare fenomeni migratori malsani e nocivi per il pieno sviluppo del Paese, promuove un processo migratorio circolare delle persone e delle competenze per rendere l'Italia una comunità di attrazione e non di appartenenza.

  Il comma 2, poi, stabilisce che la Commissione promuove:

   l'adeguamento degli istituti della rappresentanza degli italiani all'estero all'evoluzione delle comunità italiane nel mondo;

   il monitoraggio sulla legge elettorale per la circoscrizione Estero, al fine di rendere efficaci e sicure le modalità di voto dei cittadini italiani residenti all'estero e sostenerne la partecipazione alle consultazioni locali nei Paesi di insediamento;

   l'adeguamento della rete e dei servizi consolari e diplomatici italiani nel mondo per rispondere in modo efficace ai bisogni degli italiani residenti all'estero e per tutelare gli interessi dell'Italia sul piano economico, politico e culturale;

   iniziative per il rafforzamento dei media di lingua italiana all'estero, anche operanti su piattaforme satellitari o informatiche e per l'adeguatezza dei livelli, delle forme e della qualità dell'informazione destinata alle comunità italiane all'estero e ai nuovi migranti;

   indirizzi sull'assistenza nei riguardi degli italiani residenti all'estero, sostenendo l'attività dell'Istituto nazionale della previdenza sociale in favore degli italiani residenti all'estero;

   l'aggiornamento della regolamentazione dell'Anagrafe degli italiani residenti all'estero (AIRE);

   una riforma dei patronati italiani all'estero;

   accordi internazionali in materia di tutela del lavoro, sociale, previdenziale e tributaria di interesse per le comunità italiane all'estero;

   accordi internazionali per facilitare scambi tra università o altri istituti di alta formazione italiani e stranieri;

   il dialogo con i parlamentari di origine italiana eletti negli Stati esteri, allo scopo di comparare le rispettive legislazioni in materia di diritti dei migranti e di misure di integrazione, nonché di diffondere la cultura, i modelli di vita e i prodotti italiani nel mondo;

   le iniziative ritenute opportune per favorire la partecipazione degli italiani residenti all'estero alle politiche italiane di cooperazione allo sviluppo;

   le condizioni per realizzare una rete di rapporti permanenti con i nuovi migranti ed efficaci misure atte a favorire i rientri;

   l'approfondimento delle tematiche attinenti la situazione degli italiani residenti all'estero, di quelli rimpatriati e di coloro che intendano trasferire all'estero la propria residenza.

  L'articolo 3 disciplina la composizione della Commissione prevedendo che essa sia Pag. 212composta da diciotto senatori e diciotto deputati, nominati, pariteticamente, dal Presidente del Senato della Repubblica e dal Presidente della Camera dei deputati su designazione dei gruppi, in modo da assicurare la presenza di almeno un rappresentante per ciascun gruppo costituito in almeno uno dei due rami del Parlamento, nonché in modo proporzionale alla consistenza dei gruppi dando priorità ai deputati e ai senatori eletti nella circoscrizione Estero, garantendo l'equilibrata rappresentanza dei sessi e la partecipazione come membri della Commissione a tutti gli eletti all'estero.
  L'articolo 4 disciplina l'ufficio di presidenza della Commissione, prevedendo, al comma 1, che i Presidenti di Camera e Senato convocano la Commissione entro novanta giorni dall'inizio della legislatura per la propria costituzione, la quale ha luogo mediante la elezione dell'ufficio di presidenza composto di un presidente, di due vicepresidenti e di due segretari. In sede di prima attuazione della legge, la Commissione si riunisce per la prima seduta entro novanta giorni dalla data di entrata in vigore della legge medesima.
  Il comma 2 prevede che il presidente della Commissione è eletto al primo turno a maggioranza assoluta dei componenti. Se nessuno riporta tale maggioranza, si procede al ballottaggio tra i due candidati che hanno ottenuto il maggior numero di voti. È eletto il candidato che riporta il maggior numero di voti. In caso di parità di voti è proclamato eletto o entra in ballottaggio il più anziano di età.
  L'articolo 5 disciplina il funzionamento della Commissione, stabilendo, al comma 1, che essa adotta un proprio regolamento interno.
  Ai sensi del comma 2 essa, per lo svolgimento delle proprie attività, può:

   a) svolgere audizioni e acquisire informazioni, dati e documenti dalle amministrazioni pubbliche e da qualunque altro soggetto che si occupi delle questioni attinenti all'emigrazione;

   b) chiedere, per il tramite del Ministero degli affari esteri e della cooperazione internazionale, la trasmissione di informazioni e documenti relativi alla condizione delle comunità italiane all'estero da parte di Stati esteri e organizzazioni internazionali;

   c) acquisire informazioni, dati e documenti sui risultati delle attività svolte dalla Pubblica Amministrazione e da organismi, anche europei e internazionali, che si occupano di questioni concernenti gli italiani all'estero;

   d) chiedere informazioni e ricevere comunicazioni e segnalazioni da tutti gli organi di rappresentanza degli italiani all'estero istituiti dalla legge.

  Il comma 3 prevede che la Commissione, per l'esercizio delle competenze ad essa attribuite, può ascoltare rappresentanti del Governo, delle regioni e degli altri enti pubblici, nonché esponenti della comunità degli italiani all'estero.
  Inoltre, ai sensi del comma 4, per le sue finalità la Commissione può compiere missioni anche all'estero, anche presso le istituzioni dell'Unione europea o presso organizzazioni internazionali.
  Ai sensi dell'articolo 6, comma 1, la Commissione presenta annualmente alle Camere una relazione sui risultati della propria attività.
  In base al comma 3, inoltre, la Commissione può trasmettere relazioni e segnalazioni alle Camere e al Governo, ogni qualvolta lo ritenga, per formulare osservazioni e proposte sugli effetti, sui limiti e sull'eventuale necessità di adeguamento della legislazione vigente per promuovere la condizione degli italiani nel mondo e risolvere i problemi individuati, anche per garantire la rispondenza alla normativa dell'Unione europea e in riferimento ai diritti previsti dalle convenzioni internazionali.
  Al comma 2, si prevede che il Consiglio generale degli italiani all'estero trasmette annualmente alla Commissione una relazione sullo stato delle comunità italiane all'estero.
  L'articolo 7 prevede che per l'esercizio delle sue funzioni la Commissione fruisce Pag. 213di personale, locali e strumenti operativi messi a disposizione dai Presidenti delle Camere, d'intesa tra loro.
  Sotto il profilo del rispetto delle competenze legislative costituzionalmente definite, si rileva come il provvedimento appare riconducibile alla materia «organi dello Stato», di cui all'articolo 117, secondo comma, lettera f), della Costituzione, attribuita alla competenza legislativa esclusiva dello Stato. Si ricorda che le Commissioni bicamerali d'indirizzo, vigilanza e controllo, istituite con legge, svolgono funzioni peculiari in relazione a settori o materie specifiche.
  Formula una proposta di parere favorevole (vedi allegato 2).

  La Commissione approva la proposta di parere della relatrice.

FATTO??? >>> NIENTE

 

CAMERA DEI DEPUTATI
Mercoledì 27 maggio 2020
376.
XVIII LEGISLATURA
BOLLETTINO
DELLE GIUNTE E DELLE COMMISSIONI PARLAMENTARI
Affari esteri e comunitari (III)
COMUNICATO
Pag. 45

RISOLUZIONI

  Mercoledì 27 maggio 2020. — Presidenza della presidente Marta GRANDE. – Interviene il sottosegretario di Stato per gli affari esteri e la cooperazione internazionale, Manlio Di Stefano.

  La seduta comincia alle 14.05.

7-00288 e 7-00455 Siragusa: Sugli strumenti informatici a supporto dei connazionali all'estero.
7-00461 Grande: Sugli strumenti informatici a supporto dei connazionali all'estero.
7-00481 Zoffili: Sugli strumenti informatici a supporto dei connazionali all'estero.
7-00484 Fitzgerald Nissoli: Sugli strumenti informatici a supporto dei connazionali all'estero.
7-00485 Schirò: Sugli strumenti informatici a supporto dei connazionali all'estero.
(Discussione congiunta e rinvio).

  La Commissione inizia la discussione congiunta delle risoluzioni in titolo.

  Marta GRANDE, presidente, avverte che le risoluzioni in titolo, vertendo tutte sulla medesima materia, in assenza di obiezioni saranno discusse congiuntamente.

  Elisa SIRAGUSA (M5S), illustrando gli atti di indirizzo di cui è prima firmataria, quanto alla risoluzione 7-00288, che risale Pag. 46al 2019, segnala che essa è finalizzata alla istituzione di un portale unico in cui centralizzare tutte le informazioni utili agli italiani che intendano trasferire la loro residenza all'estero, come pure per coloro che risultino già residenti all'estero, nonché per i connazionali che intendono rientrare in Italia, potendo fruire di incentivi fiscali ed economici. Con riferimento alla risoluzione 7-00455, ne evidenzia le finalità rispetto all'esigenza di colmare le lacune nella comunicazione istituzionale, emerse nel corso dell'emergenza da Covid19 e da cui è derivato un gran numero di richieste di informazioni anche agli stessi parlamentari di questa Commissione. In generale rileva che, considerata la piena funzionalità delle applicazioni connesse alla Unità di crisi della Farnesina, sarebbe utile per l'utente poter ricevere automaticamente tutti gli aggiornamenti legati all'emergenza, targettizzati in base allo specifico Paese – come, ad esempio, le date di nuovi voli speciali – direttamente sul proprio dispositivo – tramite email o sms –, anziché doversi destreggiare quotidianamente alla ricerca di informazioni su diversi siti di ambasciate e consolati, oltre che sui canali social facenti capo alla rete diplomatico-consolare. Facendo presente di avere presentato anche un atto di sindacato ispettivo su questa materia, propone, infine, un breve ciclo di audizioni per approfondire la materia, partendo dall'audizione del Direttore Generale del MAECI per gli Italiani all'Estero e le Politiche Migratorie, Luigi Maria Vignali, e del direttore dell'Unità di crisi della Farnesina, Stefano Verrecchia.

  Marta GRANDE, presidente, illustrando a sua volta la risoluzione a propria firma 7-00461, evidenzia che essa parte dalle stesse premesse delle risoluzioni presentate dalla collega Siragusa, ovvero dalla necessità di istituire una piattaforma virtuale unificata per i servizi consolari resi ai connazionali all'estero, in grado di superare l'attuale sistema caratterizzato da disomogeneità ed eccessiva frammentazione, come la crisi pandemica ha fatto emergere. Poiché le risoluzioni in titolo appaiono integrarsi l'una con l'altra, ritiene opportuno esperire in una prossima seduta un tentativo di proposta di un testo unificato di tutti gli atti in titolo. Si associa, infine, alle considerazioni della deputata Siragusa sull'opportunità di procedere ad un ciclo di audizioni.

  Paolo FORMENTINI (Lega), illustrando la risoluzione Zoffili n. 7-00481, di cui è cofirmatario, esprime apprezzamento per il lavoro svolto dallo stesso collega Zoffili, nel solco della mozione a sua prima firma n. 1-00239, sottoscritta da tutti i Gruppi e approvata dalla Camera il 5 febbraio scorso. Coglie l'opportunità di questa discussione per tornare ad evidenziare la necessità di maggiori risorse per incrementare il personale e le dotazioni dell'Unità di crisi della Farnesina, allo scopo di potenziarne i servizi di assistenza erogati e di rafforzare la sala operativa posta a sua disposizione. Al riguardo, ricordando che nell'ambito dell'esame dei decreti-legge sull'emergenza Covid19 sono stati respinti gli emendamenti e gli ordini del giorno presentati dalla Lega e volti a rafforzare la struttura dell'Unità di crisi, si associa alla richiesta di audizione del Direttore Verrecchia, rinnovando l'apprezzamento per il lavoro svolto da tale struttura e dall'Ufficio del MAECI per le relazioni con Parlamento nell'attività di supporto e di rimpatrio dei nostri connazionali all'estero in difficoltà a causa della pandemia.

  Osvaldo NAPOLI (FI), illustrando la risoluzione Fitzgerald Nissoli n. 7-00484, che dichiara di sottoscrivere, evidenzia che essa punta ad implementare la dotazione di strumenti informatici di cui il MAECI dispone per assistere i connazionali, anche alla luce delle necessità emerse con la pandemia da coronavirus. In questo senso, l'atto muove nella stessa direzione delle altre risoluzioni in titolo, ma proprio perché la pandemia ha evidenziato l'esigenza usare di più gli strumenti informatici, esso è finalizzato ad impegnare il Ministero degli Affari esteri e della cooperazione internazionale all'utilizzo della piattaforma Pag. 47informatica anche per alcuni servizi anagrafici ai connazionali all'estero, snellendo le procedure e riducendo la mole di lavoro dei consolati. Inoltre, ritiene importante che tale piattaforma preveda delle apposite stanze virtuali per le riunioni istituzionali dell'Amministrazione degli affari esteri. Sottolinea, infine, la necessità di realizzare una piattaforma in grado di garantire sicurezza nelle comunicazioni. Per questa ragione, auspica che siano inseriti in un eventuale testo unificato condiviso gli impegni specifici della risoluzione Fitzgerald Nissoli n. 7-00484.

  Lia QUARTAPELLE PROCOPIO (PD), illustrando la risoluzione Schirò n- 7-00485, che dichiara di sottoscrivere, sottolinea la sostanziale convergenza di tutte le proposte in esame sulla necessità di migliorare l'efficacia dei servizi – in particolare quelli telematici – per i nostri connazionali all'estero. Auspica che, anche a seguito del preannunciato ciclo di audizioni, si possa addivenire alla presentazione di un testo unificato, capace di raccogliere il consenso di tutti i Gruppi, anche in considerazione del carattere trasversale che dovrebbero avere gli interventi a favore degli italiani all'estero.

  Il sottosegretario Manlio DI STEFANO si riserva di intervenire nel prosieguo del dibattito.

  Marta GRANDE, presidente, nessun altro chiedendo di intervenire, rinvia il seguito della discussione congiunta ad altra seduta.

  La seduta termina alle 14.25.

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